
Mit erstaunlicher Leidenschaft: Veronika Eberle, begleitet von Yumiko Urabe ( Piano) eröffnete die neue Abo-Reihe des Konzertvereins.
Bild: Johannes Seifert
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Konzertverein: Veronika Eberle beeindruckte im Theaterfestsaal
Bericht in der Neuburger Rundschau vom 27.09.2011 von Johannes Seifert
Béla Bartók zählt ohne Zweifel zu den größten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Dessen 1921 notierte „Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier“, mit stark dissonanter und vielfach atonal geprägter Harmonik basiert auf einer freien Behandlung der Zwölftonskala. Veronika Eberle, die junge, überaus talentierte Violin-Virtuosin aus Donauwörth, wagte sich beim Eröffnungskonzert der neuen Abo-Reihe des Konzertvereins, bestens begleitet von der technisch versierten Pianistin Yumiko Urabe, an dieses höchst anspruchsvolle, mit vielen Intervallsprüngen versehene Werk. Dabei verdeutlichte die bereits 2006 ausgezeichnete Preisträgerin des Konzertvereins in besonderer Weise ihren hohen künstlerischen und technisch makellosen Anspruch. Subtil in den melodischen Phrasen des ersten Satzes, der im Klavierpart auf zwei zerlegten Vierklängen mit den Grundtönen Cis und G gründet, glänzend in der konsonanten Tonalität des zweiten Satzes, mit dem schwer darstellbaren Oszillieren zwischen den Gegenpolen des Tritonus - fast geschmeidig, elegant, dynamisch edel, im weichen, pastoralen Teil - und stilistisch mit entschlossener und energischer Rhythmik im dritten Satz, verdeutlichte die bei Ana Chumachenko studierende Geigerin wie brillant sie diese Art der Musik, die auch den Zuhörer ungemein fordert, darbieten kann. Veronika Eberle ist auf dem Weg zur Weltspitze. Jüngste Engagements führten sie zum Los Angeles Philharmonic, zur Academy of St Martin in the Fields, zur Salzburger Mozartwoche und zum Scottish Chamber Orchestra. Mit Rezitalen präsentierte sie sich in der Londoner Wigmore Hall, im Pariser Théâtre de la Ville, in der New Yorker Carnegie Hall, im Münchner Herkulessaal und in der Alten Oper Frankfurt. Mit der von Giovanni Battista Gaudagnini gebauten Violine aus dem Jahre 1783 begeisterte sie das Publikum im Konzertverlauf: Besonders mit der jüngst von Anne-Sophie- Mutter auf CD eingespielten Sonate für Violine und Klavier von Johannes Brahms sowie der Partita Nr. 3 in E – Dur für Violine solo, von Johann Sebastian Bach. Dabei offenbarte Veronika Eberle in beiden Werken ihren stets warmen Samt des Tones, brillant, makellos und glänzte erneut durch eine unglaubliche Intensität ihres so eindringlichen Spieles. So musiziert eine junge Frau die mit einer unglaublichen Natürlichkeit begeistert und fast unspektakulär die ganze Bandbreite ihres Virtuosentums zeigt. – Dies wurde einmal mehr besonders deutlich.
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