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Meet the Artist – Schüler treffen Künstler

Das Schülerprojekt
des Konzertverein Ingolstadt

Schon seit vielen Jahren spielt die Jugendarbeit für den Konzertverein Ingolstadt eine besonders wichtige Rolle: Jugendlichen haben die Möglichkeit, zu extrem günstigen Preisen klassische Konzerte von höchstem Niveau zu besuchen. So kosten Einzelkarten für Konzerte mit Weltstars wie Nikolai Tokarew, Sabine Meyer, Michael Volle, Christian Gerhaher, etc. für Schüler und Studenten nur 4.- Euro; Abonnements für 11 Konzerte sind für nur 27.- Euro erhältlich.

Darüber hinaus werden Konzertbesuche von Schulklassen im Rahmen von Unterrichtsprojekten zusätzlich gefördert.

In den vergangenen zwei Schuljahren bestand außerdem die Zusammenarbeit mit der Oberstufe des Reuchlin-Gymnasiums, welches in seinem „P-Seminar“ die unterschiedlichen Aspekte und Probleme des Kulturmanagements am konkreten Beispiel „Konzertverein Ingolstadt“ kennen lernte. Im Rahmen dieses Projektes erarbeiten die Jugendlichen den gesamten Ablauf der Konzertorganisation von Pressearbeit und Werbung bis hin zu Programmverkauf und Künstlerbetreuung und waren in die unterschiedlichen Schritte praktisch und vor Ort mit eingebunden. So wurde z.B. der Einführungsvortrag zum Konzert des „Orchestre Symphonique du Jura“ am 10. November 2010 von zwei Schülern erarbeitet und gehalten und auch Flyer und Plakate für die einzelnen Konzerte wurden immer wieder von Jugendlichen gestaltet.

Dennoch steht man auch in Ingolstadt vor dem zur Zeit weit verbreiteten Problem, dass immer weniger Jugendliche klassische Konzerte besuchen. Deshalb hat der Konzertverein Ingolstadt vor zwei Jahren das Schülerprojekt „Meet the Artist – Schüler treffen Künstler“ ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes ist, Kindern und Jugendlichen den „Menschen im Künstler“ näher zu bringen und die Barriere zwischen Schülern und klassischer Musik abzubauen. Dazu bitten wir Musiker in Schulen, wo sie in zwangloser Atmosphäre und in kleinem Rahmen über ihren Künstleralltag berichten, Kostproben ihres Könnens geben und den Schülern Rede und Antwort stehen. Die Künstler stellen sich für diese Veranstaltung ehrenamtlich zur Verfügung. Außerdem ermöglichen wir den Jugendlichen, die Künstler nach der Vorstellung in ihren Garderoben zu besuchen, über das Konzert zu sprechen und sich Autogramme geben zu lassen.

Im Gleichklang

Irritiert hält sich ein Mädchen die Hand vor den Mund, um nicht lachend loszuprusten. Später wird sich ihr Gesichtsausdruck wieder lösen und sie wird gespannt, teils mit großen Augen dem Geschehen im Musiksaal des Reuchlin-Gymnasiums folgen.
Für manchen Neuntklässler, der noch nicht viel Konzerterfahrung hat, ist es ein ungewöhnlicher Anblick. Da sitzen zwei fast identisch aussehende Schwestern am Flügel und bewegen ihre Köpfe und ihre Oberkörper ekstatisch zur Musik, die sie spielen. Ihre Augen sind entweder geschlossen oder blicken in eine andere Sphäre bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Andante und Variationen in B-Dur op. 83a. Kein Wunder, dass später die Frage auftaucht, ob diese Bewegungen, die bei Michelle und Christina Naughton fast choreografisch kongruent ablaufen, einstudiert seien. Nein, das entwickle sich so. Das Klavierduo Michelle und Christina Naughton aus New York tritt heute Abend im Festsaal Ingolstadt auf. Gestern besuchten die beiden Zwillingsschwestern im Rahmen des Projekts „Meet the Artist – Schüler treffen Künstler“ zwei neunte Klassen des Reuchlin -Gymnasiums.
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"Meet the Artist" mit Florian Uhlig

Starpianist im Reuchlin-Gymnasium

Der international gefeierte Pianist Florian Uhlig besuchte vor seinem Klavierabend beim Konzertverein Ingolstadt am Vormittag des 19. Oktober 2011 das Reuchlin-Gymnasium Ingolstadt und hielt dort für die 9. Klasse eine Schulstunde der besonderen Art. Anhand der "Diabelli Variationen" Ludwig van Beethovens brachte er den Schülern den großen Meister der Wiener Klassik in einem kurzweiligen Gesprächskonzert näher und es gelang ihm rasch, mit den Jugendlichen in einen lebhaften Dialog zu treten. Dabei wußten die Schüler sowohl zur Lebensgeschichte des Komponisten, als auch dazu, was sie hörten und dabei empfanden, einiges zu sagen. Was der Komponist denn wohl ausdrücken wollte in den unterschiedlichen Variationen?
"Triumph, Trauer, Wut, Freude, Verzweiflung..." Und wie stellte er das an? "Durch Verwendung von Dur oder Moll, stakkato, forte, piano..." kamen zuerst zögernd, dann immer selbstbewußter die Antworten der Schüler. Schließlich durften sie selbst dem Künstler Fragen stellen: wann er denn mit dem Klavierspielen angefangen habe, wie viele Stunden er jeden Tag übe, ob er denn auch noch täglich Etüden spielen müsse...

Zum Entspannen, erzählt Florian Uhlig, höre er gerne Jazz, aber auch Michael Jackson und Amy Winehouse. Außerdem berichtete er über das von ihm gegründete Musikfestival in Südafrika, bei dem es auch eigene Projekete für Kinder und Jugendliche aus den Townships - ähnlich wie "El Sistema" in Venezuela - gibt. Zum Abschluss veranstaltete der Pianist, der sichtlich Vergnügen an der Veranstaltung hatte, ein "Beet- hoven-Quiz" und verloste dabei seine neueste CD-Einspielung unter den Jugendlichen.
Das Schülerprojekt des Konzert- vereins "Meet the Artist - Schüler treffen Künstler" bringt seit drei Jahren Künstler, die in Ingolstadt konzertieren, in Schulen, wo sie in zwangloser Atmosphäre und in kleinem Rahmen Kostproben ihres Könnens geben, aus ihrem Musikeralltag berichten und den Schülern Rede und Antwort stehen. Die Künstler stellen sich für dieses Projekt ehrenamtlich zur Verfügung.

Ein „Klavierunterricht" der etwas anderen Art

Eine beeindruckende, wohl einmalige „Unterrichtsstunde" erlebten die Grundschüler der Grund-und Mittelschule Großmeh¬ring. Der bekannte Pianist Vardan Mamikonian war im Rahmen des vom Ingolstädter Konzertverein ins Leben gerufenen Projekts „Meet the Artist -Schüler treffen Künstler" zu Gast in der Schule.
Unter dem Motto „Das Klavier - ein Chamäleon" zeigte der berühmte armenisch-französische Pianist in einem Gesprächskonzert, wie vielseitig dieses Instrument sein kann. So brachte er es in Mendelssohns „Frühlingslied" zum Singen, in Debussys „Gärten im Regen" ließ er die jungen Hörer alle Facetten eines Regens bis hin zum Regenbogen erfahren und in Bachs italienischem Klavierkonzert demonstrierte er, wie sämtliche Orchesterstimmen vom Klavier allein übernommen werden können.

Auch beim Säbeltanz ließ der Künstler ein ganzes Orchester erklingen. Dabei verstand er es, die Schüler mit einzubinden und immer wieder anzuregen, ihre Interpretationen und Eindrücke zu schildern.
Die begeisterten Schüler erklatschten sich schließlich drei Zugaben.
„Es war eine wunderbare Erfahrung für mich, da ich noch nie vor so jungen Zuhörern gespielt habe", erklärte Mamikonian. Rektor Rudi Färber schenkte dem Künstler, der unentgeltlich auftrat, als Erinnerung ein Stoffchamäleon.

"Maréchal Bertier" im Gnadenthal Gymnasium

Am 19. März 2012 besuchten der in Italien lebende Geiger Pavel Berman und der armenisch-französische Pianist Vardan Mamikonian das Gnadenthal-Gymnasium Ingolstadt, wo sie vor Achtklässlern Kostproben aus ihrem aktuellen Konzertprogramm zum Besten gaben und die Schüler Stimmungen und Bilder erkennen ließen. Dazwischen erzählten sie von ihrer gemeinsamen Studienzeit am Moskauer Konservatorium und beantworteten bereitwillig die Fragen der Schüler. Besonders beeindruckt waren diese, als ihnen Pavel Berman die spannende Geschichte seiner Geige, der Stradivari "Maréchal Bertier", die schon Napoleon in Händen hielt, schilderte. Viel zu schnell war die Schulstunde zu Ende -fast alle Schüler kamen am Abend in das Konzert im Festsaal, um die beiden Künstler noch einmal live zu erleben.