100. Konzertsaison

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Mandelring Quartett - Roland Glassl Viola

Mittwoch, 1. Februar.2017

     

Mandelring Quartett

Sebastian Schmidt, Violine
Nanette Schmidt, Violine
Andreas Willwohl , Viola
Bernhard Schmidt, Violoncello

Biografie [244 KB]

und Roland Glassl, Viola

Biografie [137 KB]

Immer wieder ein musikalischer Hochgenuss!

     
Vortragsfolge  
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)  
  Streichquintett D-Dur KV 593
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)  
  Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110
Johannes Brahms (1833-1897)  
  Streichquintett G-Dur op. 111

Einführungsvortrag

Der Musikwissenschaftler Jörg Handstein gibt zu diesem Konzert um 19:15 Uhr im Konferenzraum des Theaters Ingolstadt eine Einführung. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Atemberaubend
Das Mandelring-Quartett und Roland Glassl spielen für den Ingolstädter Konzertverein

Ein letzter fahler Klang verlöscht im Dunkel, dann herrscht erst einmal Stille. Ungewöhnlich für den oft so unruhigen Ingolstädter Festsaal. Die Zeit scheint zu gefrieren nach dem "morendo", ersterbend endenden Streichquartett Nr. 8 von Dmitri Schostakowitsch. Offiziell und konform mit der sowjetischen Propaganda gedenkt das 1960 entstandene Werk den "Opfern des Faschismus und des Krieges". Im Stillen aber hat es Schostakowitsch sich selbst gewidmet: "dem Andenken des Komponisten dieses Quartetts". Es erzählt von einem Leben voller Traurigkeit und Angst, im Schatten von Krankheit und Tod, unter einer brutalen totalitären Regierung. Dass er sich von diesem Regime auch benützen ließ, macht seine eigentliche Tragik aus. "Sie konnten den Geist dir nicht brechen, sie brachen das Herz dir entzwei." So heißt es in einem Revolutionslied, dessen Melodie in diesem Quartett zitiert wird.
Das Mandelring-Quartett ist derzeit die erste Adresse für die Streichquartette von Schostakowitsch. Seine Gesamteinspielung gilt zu Recht als Referenz. Man durfte also gespannt sein, wie das berühmteste Quartett des 20. Jahrhunderts live mit diesem Ensemble klingen würde. Um es kurz zu machen: atemberaubend. All die fahlen, dunklen und schrillen Farben erschienen noch differenzierter, niemals plakativ aufgetragen, und aus der teils schwebenden, teils lastenden und bohrenden Melancholie leuchteten die zarten und fragilen Momente der Empfindung umso schöner und berührender. Das präzise und gut koordinierte Zusammenspiel ermöglichte es paradoxerweise auch, Irrsinn und Brutalität sehr direkt rüberzubringen, die gehetzte, gepeitschte Angst, den sarkastischen Humor der Tänze. Heute, wo Stalin im Osten wieder Denkmäler bekommt und auch im Westen düstere Wolken aufziehen, gewinnt die Musik so eine greifbare Nähe.

Der DONAUKURIER berichtete am 3.02.2016 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.