100. Konzertsaison

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Saison 2016 - 2017

Reine Romantik
Christian Gerhaher und Gerold Huber eröffnen die Jubiläumssaison des Ingolstädter Konzertvereins mit einem grandiosen Liederabend


... In den Liedern geht es fast immer um Abschiednehmen, um erloschene oder hoffnungslose Liebe, um Einsamkeit. Und am Ende, im "Requiem", "um Ruh' von schmerzensreichen Mühen und heißem Liebesglühen".
Christian Gerhaher und sein Klavierpartner Gerold Huber stellen diese düsteren Lieder ins Zentrum ihres Liederabends im Ingolstädter Festsaal. Einem Konzert, in dem ausschließlich zutiefst romantisches Liedgut erklingt, komponiert von Schumann und Antonin Dvorak, und das geradezu ins Zentrum des romantischen Lebensgefühls vordringt. Dieses aus heutiger Sicht ebenso seltsame wie faszinierende, fast exhibitionistisch-wohlige Wühlen in den dunklen Abgründen der Psyche verbunden mit einer emotional aufgeladenen Religiosität....

Der DONAUKURIER berichtete am 26.09.2016 von dem Konzert. Lesen Sie hier mehr.

Romantik ohne Weichzeichner
Valentin Radutiu und Evgeni Bozhanov spelen für den Ingolstädter Konzertverein - und das Publikum jubelt


Sieht man die Solovioline als Primadonna unter den Streichinstrumenten, als glänzende, virtuose, etwas kapriziöse Sängerin, wer ist dann das Violoncello? Der Tenorheld? Dagegen spricht aber die Sonatenliteratur für Cello, die, zumeist anspruchsvoll und tiefgründig, wenig Gelegenheit zum Strahlen bietet.
Der Auftritt von Valentin Radutiu im Ingolstädter Festsaal zeigte einmal mehr, dass das Instrument eher ein Pendant zu einem lyrischen Bariton ist, gesetzter, reifer, fähig zu reichen Schattierungen, leisen Zwischentönen, ein einsamer Wanderer in poetischen Ausdruckswelten. Dort war auch Johannes Brahms gerne unterwegs, doch bis zu seiner ersten Cellosonate ließ er sich Zeit. In der seltenen Tonart e-Moll steht sie, wie seine letzte, von Schwermut und resignativem Ernst geprägte Symphonie. Tief unten beginnt das melodisch getragene Thema, arbeitet sich nach oben und greift sehnsüchtig aus in lichte Höhen. Die unvergleichliche Jacqueline du Pré begann das mit bereits wunderbar klangsattem Ton.

Der DONAUKURIER berichtete am 1./2./3.10.2016 von dem Konzert. Lesen Sie hier mehr.

Musik in Bewegung
Erfrischend humorvoll: Das Bläserquintett Carion aus Dänemark gastierte beim Ingolstädter Konzertverein


Erschreckend leer ist die Bühne des Festsaals. Fällt das Konzert aus? Nur ein vereinsamter Klavierhocker steht da - ohne Klavier versteht sich. Es sieht nach einer minimalistischen Installation aus, provozierend ist es allemal.
Dann betritt das Carion-Quintett aus Dänemark die Bühne und vertreibt die gähnende Leere. Das Bläserensemble hält sich nicht lange mit Vorbereitungen auf und beginnt sofort zu spielen. Auch das Rätsel des Klavierhockers ist schon gelöst: Er dient Flötistin Dóra Seres als gepolsterte Ablagefläche für wahlweise Piccolo oder Querflöte. Kein Stuhl, kein Notenständer ist ansonsten zu sehen. Das Ensemble spielt im Stehen, und es spielt auswendig.

Der DONAUKURIER berichtete am 14.10.2016 von dem Konzert.Lesen Sie hier mehr

Farbfunkeln in der Unendlichkeit
Vier Weltklassesolisten spielen Schumann und Messiaen beim Ingolstädter Konzertverein


Hungernd und frierend, 1940 in einem Kriegsgefangenenlager, hatte der Komponist Olivier Messiaen eine Halluzination: Er sah den siebten Engel der biblischen Apokalypse, der, gehüllt in Regenbogen, Wolken und Feuer, niederfährt und verkündet, es solle "hinfort keine Zeit mehr sein". Das war der Anstoß zu einem der bedeutendsten Musikwerke des 20. jahrhunderts: "Quatuor pour la Fin du Temps" für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier. Diese Instrumente hatte Messiaen im Lager zufällig zur Verfügung, aber im Konzertbetrieb kommen sie selten zusammen: Man kennt das Werk eher aus der Tonkonserve. Vier jüngere Weltklassesolisten brachten es nun für den Konzertverein live zu Gehör:Sebastian Manz, Mirjam Contzen, Danjulo Ishizaka und Herbert Schuch. Das Problem, dass es kaum andere Werke für diese Besetzung gibt, lösten sie mit einem sehr konzentrierten Schumann- Programm für wechselnde Besetzungen.

Der DONAUKURIER berichtete am 29./30.10.2016 von dem Konzert.
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Vieldeutiger Jubel
Festkonzert des Konzertvereins Ingolstadt: Das Staatliche Sinfonieorchster Moskau mit osteuropäischem Repertoire


Wenn der Konzertverein Ingolstadt in einem Festkonzert sein 100-jähriges Bestehen feiert, dann jubelt natürlich die Musik. In diesem Fall die Schlusstakte der 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch. Oder doch nicht?
Jedenfalls überträgt sich das triumphierende, militante Poltern in strahlendem D-Dur des Staatlichen Sinfonieorchesters Moskau unter der Leitung von Dmitry Orlov kaum auf das Publikum im Festsaal. Im Gegenteil: Die Zuhörer wirken irritiert über das zwanghafte optimistische Ende der Sinfonie, das wie ein Fremdkörper nach all den düsteren epischen Windungen daherkommt. Und es klatscht verunsichert, zögerlich, fast nachdenklich.
Ganz anders als das Publikum in Moskau bei der Uraufführung 1937. Damals applaudierten die Besucher angeblich eine halbe Stunde lang, Josef Stalin erhob sich anerkennend von seinem Sitz. Rätselhaft.
Der DONAUKURIER berichtete am 14.11.2016 von dem Konzert. Lesen Sie hier mehr

Musikalische Gesetzesbrecher
Bei Ragna Schirmers beeindruckendem Klavierabend beim Konzertverein Ingolstadt geht es um die künstlerische Freiheit


Ragna Schirmer betritt die Bühne des Ingolstädter Festsaals, verbeugt sich kurz und beginnt auf dem Flügel zu spielen. Auf und ab wogen die Läufe, gebrochene Akkorde türmen sich, Schlussfiguren enden im Nichts, Tonfiguren scheinen sich in fremden harmonischen Gefilden zu verirren. Was ist das? Eine Improvisation der Pianistin? Nein. Es ist Bach, auch wenn es überhaupt nicht nach Bach klingt.
Denn das Barockgenie ist als Formalist bekannt. Seine Kompositionen sind generalstabsmäßig konzipiert. Und dann das? Das ungewöhnliche Werk hat den Titel "Chromatische Fantasie und Fuge" und ist ein singuläres Meisterwerk. Denn Bach hat offenbar hier eine Klavierimprovisation niedergeschrieben.
Die Fantasie ist eine perfekte Einleitung für den Themenabend der Pianistin. Ragna Schirmer hat das Konzert unter den Titel "Über die Freiheit der Form" gestellt. Und sie hat dafür Kompositionen der größten Formalisten zusammengestellt. Neben Bach, den Fugen-Arithmetiker, Haydn, den Begründer der Sonatenform, und natürlich Beethoven, der alle Strukturen auf den Prüfstand stellte. Immer wieder greift Ragna Schirmer zum Mikrofon und erläutert, warum sie diese Werke ausgewählt hat. Sie erzählt von der Dialektik von Gesetzen und Formen, die natürlich erst etabliert sein müssen, damit man sie brechen kann.
Ausgewählt hat sie Werke, die paradigmatisch eine Gratwanderung darstellen, indem sie zwischen Freiheit und Gesetzestreue changieren.

Der DONAUKURIER berichtete am 26./27.11.2016 von dem Konzert. Lesen Sie hier mehr

Konzerterfahrener Nachwuchs
Fagottist Theo Plath gewinnt den Musikförderungspreis des Konzertvereins Ingolstadt - aber auch die anderen Musiker spielen auf hohem Niveau


Man könnte von einer Inflation der Musikpreise und Stipendien sprechen. Wer in den vergangenen Jahren beim "Konzert mit jungen Künstlern" auftrat, hat meist bereits eine Laufbahn mit zahllosen, zum Teil wirklich wichtigen Auszeichnungen hinter sich. Das ist umso erstaunlicher, weil der Wettbewerb sich ausschließlich an Studenten richtet und gerade in der diesjährigen Runde die Musiker alle erst 22 Jahre alt waren. Beim Konzert am Montagabend, bei dem drei Holzbläser gegeneinander antraten, waren alle Musiker bereits Stipendiaten wichtiger Institutionen wie etwa der Organisation Yehudi Menuhin Live Music Now. Der Gewinner des Abends, Theo Plath, ist mit dem Gasteig-Musikpreis in München ausgezeichnet worden und erster Preisträger beim Cursell-Fagottwettbewerb in Finnland. Die Flötistin Alissa Rossius hat nicht nur mehrere erste Preise beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" vorzuweisen, sondern erreichte sogar das Semifinal des ARD-Musikwettbewerbs. Und natürlich blicken alle drei Musiker bereits auf erste Erfahrungen in hervorragenden Orchestern zurück.
Es treten also keine echten Anfänger mehr auf beim Wettbewerb um den von Elin und Wilhelm Reissmüller 1968 gestifteten Musikförderungspreis, sondern fast schon gestandene Persönlichkeiten. Eine Tatsache, die sofort spürbar wurde, als die jungen Musiker die Bühne des Ingolstädter Festsaals betraten. Die Konzerterfahrung, die Routine war den jungen Musikern anzumerken. Sie sind ohne Einschränkung in der Lage, mit großer Souveränität Konzertabende zu gestalten. Fertige Musiker schienen vor einem zu stehen, auch wenn es sich noch um Studenten handelt. Hervorragend waren sie alle. Allerdings in unterschiedlichem Maße. Wer am Ende Sieger wurde, hatte mit Nuancen zu tun und auch mit der Programmwahl. Jeder Musiker sollte mit mehreren Stücken eine halbe Stunde lang sein Können demonstrieren. Aber nicht jedem Musiker gelang es an diesem Abend gleich gut, seine Stärken mit den ausgewählten Kompositionen auszuleuchten.

Der DONAUKURIER berichtete am 7.12.2016 von dem Konzert. Lesen Sie hier mehr

Höllentanz und atemlose Stille
Sol Gabetta und ihr Bruder Andrés gaben ein furioses Festkonzert beim Konzertverein Ingolstadt


"Stille ist die Voraussetzung von Musik", hat der Pianist Alfred Brendel bei einem Konzert in der Münchner Philharmonie einmal gesagt, als er sich allzu sehr von den vielen Hustern im Saal gestört fühlte. Aber der Satz hat auch anders herum eine wichtige Bedeutung: Hervorragende Musik erzeugt Stille.

Beim Konzert der Cellistin Sol Gabetta zusammen mit der Cappella Gabetta am Donnerstagabend herrscht einige Momente lang atemlose Lautlosigkeit im nahezu ausverkauften Festsaal. Die Ruhe ist so intensiv, dass man glauben könnte, das Publikum sei gelähmt, jede Bewegung unmöglich geworden. Der Augenblick tritt ein, als Gabetta die Kadenz im zweiten Satz des A-Dur-Cello-Konzerts von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) spielt. In dem tiefmelancholischen Satz macht sich einige Momente lang völlige Verlorenheit breit. Die Töne wollen sich nicht mehr zu Melodien zusammenfügen. Immer wieder formt das Cello Girlanden, Anflüge von sich kristallisierender Schönheit, Versuche, die dann abbrechen und in lange Pausen münden. Erfüllte Pausen des Nachhörens, wie die Musik sich im Saal ausbreitet. Sol Gabetta spielt das mit atemberaubender Intensität. Mit dem Mut, sich Zeit zu lassen, der Verzweiflung Raum zu geben.
Es ist dieser extreme Einsatz, der das Spiel dieser erstaunlichen Cellistin an diesem Abend des Konzertvereins Ingolstadt zu einem verblüffenden Ereignis werden lässt. Und natürlich auch das Einfühlungsvermögen der Cappella Gabetta unter der Leitung des Konzertmeisters und Bruders der Cellistin, Andrés. Nach der Kadenz scheint das Ensemble wie unter Schock zu stehen. Im Nachspiel ist kein wirklich lauter Ton mehr denkbar, die Melodien sind wie ein leise geflüstertes Nachbeben.

Der DONAUKURIER berichtete am 17./18.12.2016 von dem Konzert. Lesen Sie hier mehr


Hochvirtuos und quietschvergnügt

Wer dem berühmten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beiwohnen will, braucht dafür bis zu 1000 Euro sowie ungeheuer viel Glück bei der Kartenvergabe. Eine leichter zugängliche Alternative bot nun der Konzertverein: The Philharmonics spielten im Festsaal auf zum "Wiener Neujahrskonzert". So konnte man auch hören, was dran ist an den Superlativen, mit denen diese Formation als einzigartig in der Musikwelt gepriesen wird. The Philharmonics: Das sind vier Wiener Philharmoniker, zwei Berliner sowie zwei weitere Musiker, die auf diesem Niveau mithalten. Oder: Ein Streichquartett plus Klarinette plus Klavier plus Kontrabass. Ein Klangkörper also, mit dem man einiges anstellen kann.
Die Ouvertüre schlägt dann auch gleich das Thema "Wien" an: klar, die Fledermaus an der schönen blauen Donau! Da blitzen aber auch viele weitere Themen, die man bald freudig erkennt, bald nur schwer zuordnen kann. Was vom Balkan? Oder aus Südamerika? Die Form der Ouvertüre wird zum "melting pot" der verschiedensten Musikstile. Was in diesem Mischmasch für Einheit sorgt, nur der besondere Klang des Ensembles: ungeheuer prägnant und kernig, süffig, funkelnd vor Esprit. Und sofort wird klar, wie anders dieses Neujahrskonzert ist, weit über die Strauss-Dynastie und deren Epigonen hinausreichend. Da wird nicht nur der Vielvölkerstaat Österreich wieder lebendig, die "Glorreichen Sieben" (so inoffizieller Ensemblename) galoppieren in Riesenschritten durch Europa und darüber hinaus, von der Klassik in Volkstraditionen, in den Jazz und wieder zurück.

Der DONAUKURIER berichtete von dem Konzert am 07.01.2017. Lesen Sie hier mehr.

Schöne Stilbrüche
Raphaela Gromes begeistert mit Friedrich Guldas Cellokonzert beim Konzertverein Ingolstadt


Selten prallen Licht und Schatten, künstlerische Höhenflüge und mattes Mittelmaß so unvermittelt aufeinander wie beim Gastspiel des Bläserensembles der Württembergischen Philharmonie Reutlingen beim Konzertverein im Ingolstädter Festsaal. Die
Kluft zwischen den beiden Programmteilen wurde allein schon durch den Beifall des Publikums überdeutlich. Bis zur Pause spielten die Reutlinger Bläser ohne Solistin. Der abschließende Applaus war, so schläfrig, dass es dem Dirigenten Felix Hauswirth nicht einmal gelang, seine Musiker vor dem vollständigen Abebben der Beifallsbekundungen noch rechtzeitig von der Bühne zu holen. Immerhin war es für den dramaturgischen Aufbau des Abends die richtige Entscheidung, die Solistin des Abends, die erst 25-jährige Raphaela Gromes, erst zum Konzertende zu präsentieren. Zumal sie das Cellokonzert von Friedrich Gulda im Reisegepäck hatte, und dieses unkonventionelle Virtuosen-Stück ist im Konzertsaal eigentlich immer eine sichere Bank.

Der DONAUKURIER berichtete am 21./22.01.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier mehr. [1.490 KB]

Gulda – lustvoll und galant präsentiert
Raphaela Gromes und Philharmonie Reutlingen im Theaterfestsaal

Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten“, das wusste bereits der griechische Philosoph Aristoteles.
Friedrich Guldas Cellokonzert, das er für Heinrich Schiff komponierte, wurde bereits in Wien 1981 mit Riesenerfolg uraufgeführt. Und genau dieses grandiose und gleichermaßen unterhaltsame Werk, dessen Sätze sich zwischen Funk, Rock, Jazz, Klassik und Ländleridylle bewegen, erfreut in ganz eigenständiger Manier.
Die junge Cellistin Raphaela Gromes gab ihr Debüt im Herbst 2005 mit eben diesem Cellokonzert. Schon damals wurde sie von Publikum und Presse überschwänglich gefeiert. Bei ihrem jüngsten Konzert im Theaterfestsaal verdeutlichte die Gewinnerin des Musikförderpreises des Konzertvereins (2011) und jüngste Preisträgerin beim Deutschen Musikwettbewerb 2016 mit genau dem gleichen Werk, wie plastisch, feinfühlig und authentisch sie interpretieren kann.
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Die Augsburger Allgemeine berichtete von dem Konzert.
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Mit „Wiener Charme“ und „Berliner Präzision“
Virtuose Meisterleistung von „The Philharmonics“ im ausverkauften Theaterfestsaal zum Jubiläumsjahr.
Von Johannes Seifert

Die Wiener Philharmoniker Tibor Kovác (Violine), Sebastian Gürtler (Violine), Ödön Rácz (Kontrabass), Stephan Koncz (Cello), Daniel Ottensamer (Klarinette), Christoph Traxler (Piano) sowie der Berliner Philharmoniker Thilo Fechner (Viola) waren beim 100- jährigen Jubiläum des Konzertvereins Ingolstadt gerngesehene Gäste.
Schon in den Namen der Musiker schwingt das Flair der versunkenen österreichisch-ungarischen Monarchie mit ihren Vielvölkergemisch, unterschiedlichen Kulturen und ihren künstlerischen Höchstleistungen. - Und so ist es fast schon ein kleines Wunder, dass sich hundert Jahre später in Wien erneut Menschen mit verschiedenen Begabungen zusammenfinden konnten, um unter dem Namen „The Philharmonics“ etwas ganz Neues zu schaffen.

Wer das Gala-Konzert - 100 Jahre Konzertverein Ingolstadt - der sieben Virtuosen nun erleben durfte, wird keinen Zweifel daran lassen, dass hier ein Ensemble zusammenwirkt, das sich musikalisch über alle Schubladen, Schranken und bornierte Ressentiments hinwegsetzt, um mit Leichtigkeit, Witz, einer Prise Wiener Charme und Berliner Präzision, vor allem aber mit einer unübertrefflichen musikalischen Reife zu agieren.
Spielerisch reisen die genialen Musiker des vor sieben Jahren gegründeten Ensembles somit jede noch so feste Grenze nieder, um ein pulsierendes, fantasievolles und virtuoses Miteinander zu präsentieren, das authentischer wohl kaum klingen kann. Und natürlich werden die technischen Möglichkeiten der Instrumente bis ins letzte Detail ausgeschöpft. So mischen sich im Konzertverlauf Melodien aus der Fledermaus-Ouvertüre mit dem Welthit „Brasil“ oder dem Lieblingswalzer beim weltberühmten Wiener Neujahrskonzert, „An der schönen blauen Donau“.
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Die Augsburger-Allgemeine berichtete von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Hochvirtuos und quietschvergnügt

Wer dem berühmten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beiwohnen will, braucht dafür bis zu 1000 Euro sowie ungeheuer viel Glück bei der Kartenvergabe. Eine leichter zugängliche Alternative bot nun der Konzertverein: The Philharmonics spielten im Festsaal auf zum "Wiener Neujahrskonzert". So konnte man auch hören, was dran ist an den Superlativen, mit denen diese Formation als einzigartig in der Musikwelt gepriesen wird. The Philharmonics: Das sind vier Wiener Philharmoniker, zwei Berliner sowie zwei weitere Musiker, die auf diesem Niveau mithalten. Oder: Ein Streichquartett plus Klarinette plus Klavier plus Kontrabass. Ein Klangkörper also, mit dem man einiges anstellen kann.

Die Ouvertüre schlägt dann auch gleich das Thema "Wien" an: klar, die Fledermaus an der schönen blauen Donau! Da blitzen aber auch viele weitere Themen, die man bald freudig erkennt, bald nur schwer zuordnen kann. Was vom Balkan? Oder aus Südamerika? Die Form der Ouvertüre wird zum "melting pot" der verschiedensten Musikstile. Was in diesem Mischmasch für Einheit sorgt, nur der besondere Klang des Ensembles: ungeheuer prägnant und kernig, süffig, funkelnd vor Esprit. Und sofort wird klar, wie anders dieses Neujahrskonzert ist, weit über die Strauss-Dynastie und deren Epigonen hinausreichend. Da wird nicht nur der Vielvölkerstaat Österreich wieder lebendig, die "Glorreichen Sieben" (so inoffizieller Ensemblename) galoppieren in Riesenschritten durch Europa und darüber hinaus, von der Klassik in Volkstraditionen, in den Jazz und wieder zurück.
Der DONAUKURIER berichtete von dem Konzert; Lesen Sie hier mehr.

Atemberaubend
Das Mandelring-Quartett und Roland Glassl spielen für den Ingolstädter Konzertverein


Ein letzter fahler Klang verlöscht im Dunkel, dann herrscht erst einmal Stille. Ungewöhnlich für den oft so unruhigen Ingolstädter Festsaal. Die Zeit scheint zu gefrieren nach dem "morendo", ersterbend endenden Streichquartett Nr. 8 von Dmitri Schostakowitsch. Offiziell und konform mit der sowjetischen Propaganda gedenkt das 1960 entstandene Werk den "Opfern des Faschismus und des Krieges". Im Stillen aber hat es Schostakowitsch sich selbst gewidmet: "dem Andenken des Komponisten dieses Quartetts". Es erzählt von einem Leben voller Traurigkeit und Angst, im Schatten von Krankheit und Tod, unter einer brutalen totalitären Regierung. Dass er sich von diesem Regime auch benützen ließ, macht seine eigentliche Tragik aus. "Sie konnten den Geist dir nicht brechen, sie brachen das Herz dir entzwei." So heißt es in einem Revolutionslied, dessen Melodie in diesem Quartett zitiert wird.
Das Mandelring-Quartett ist derzeit die erste Adresse für die Streichquartette von Schostakowitsch. Seine Gesamteinspielung gilt zu Recht als Referenz. Man durfte also gespannt sein, wie das berühmteste Quartett des 20. Jahrhunderts live mit diesem Ensemble klingen würde. Um es kurz zu machen: atemberaubend. All die fahlen, dunklen und schrillen Farben erschienen noch differenzierter, niemals plakativ aufgetragen, und aus der teils schwebenden, teils lastenden und bohrenden Melancholie leuchteten die zarten und fragilen Momente der Empfindung umso schöner und berührender. Das präzise und gut koordinierte Zusammenspiel ermöglichte es paradoxerweise auch, Irrsinn und Brutalität sehr direkt rüberzubringen, die gehetzte, gepeitschte Angst, den sarkastischen Humor der Tänze. Heute, wo Stalin im Osten wieder Denkmäler bekommt und auch im Westen düstere Wolken aufziehen, gewinnt die Musik so eine greifbare Nähe.

Der DONAUKURIER berichtete am 3.02.2016 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Junger Meister am Fagott
Theo Plath erhielt gestern den Musikförderungspreis des Konzertvereins Ingolstadt

Es muss wohl Liebe auf den ersten Blick gewesen sein zwischen dem fünfjährigen, vielleicht 1,20 Meter großen Theo Plath, der an jenem Tag der Offenen Tür in der Koblenzer Musikschule erstmals ein Fagott sah, und dem circa 1,45 Meter großen Instrument.
Mittlerweile ist Plath 22 Jahre alt und der 46. Preisträger des Musikförderungspreises des Konzertvereins Ingolstadt. Den mit 2000 Euro dotierten Preis haben ihm gestern Nachmittag im Historischen Sitzungssaal des Alten Rathauses Uta Schäff im Namen der Stifterfamilie Reißmüller, Konzertvereins-Vorsitzende Eva-Maria Atzerodt und Oberbürgermeister Christian Lösel für die Stadt Ingolstadt verliehen.
Wie verwachsen mit dem Fagott wirkt der junge Musiker, als er dem familiären Kreis der Preisverleihungsgäste mit Willson Osbornes "Rhapsody" eine relativ moderne Kostprobe seines Könnens gibt. Plath spielt mit ganzem Körpereinsatz, so dass die Töne nicht allein dem Instrument, sondern der Symbiose aus Mensch und Holzbläser zu entschweben scheinen. Ausdrucksstärke, musikalische und technische Souveränität und Konzertbühnenreife attestiert Laudatorin Isabella Kreim, Leiterin des Ingolstädter Kulturkanals, dem Studenten der Musikhochschule München. Zudem habe er keine Anspannung gezeigt, sondern vor Freude am Musizieren geradezu gesprüht beim Wettbewerb im Festsaal des Stadttheaters, wo er sich im Dezember mit zwei weiteren, ebenfalls 22-jährigen Musikstudenten aus der Holzbläserkategorie gemessen hatte. Sowohl die Fachjury als auch das "durch Premium-Klassik geschulte Abonnenten-Publikum" hätten sich eindeutig für Theo Plath ausgesprochen, betont Kreim.

Der DONAUKURIER berichtete am 07.02.2017 von der Preisverleihung. Lesen Sie hier mehr

Der Schönspieler
Paul Lewis mit Werken von Bach, Beethoven und Weber beim Konzertverein Ingolstadt


Das wichtigste Gestaltungsmittel des Pianisten ist das rechte Pedal. Es kann die Klänge der angeschlagenen Saiten verschwimmen oder ineinander übergehen lassen. Und der Tritt aufs Pedal öffnet den Flügel gleichsam, macht ihn lauter und strahlender, da alle anderen Saiten - nun nicht mehr durch Filze gedämpft - leise mitvibrieren.
Das Klavierspiel des Pianisten Paul Lewis (44) ist ohne das Pedal undenkbar. Bei seinem Recital für den Konzertverein Ingolstadt im Theaterfestsaal gibt es kaum einen Augenblick, in dem er nicht das Pedal tritt. Und zwar weniger, um Töne alchemistisch miteinander zu vermischen, als vielmehr, um einen vollen Klang zu erzeugen.
So klingt seine Interpretation der B-Dur-Partita von Johann Sebastian Bach durchaus ungewöhnlich. Längst hat man sich daran gewöhnt, dass viele Pianisten heute in Anlehnung an die berühmten Einspielungen der Klavierlegende Glenn Gould, den Konzertflügel wie ein Cembalo wirken lassen, gleichsam Klaviercembalo spielen. Die Töne werden dabei meist im Stakkato oder Portato hervorgebracht, die Durchsichtigkeit des polyfonen Klaviersatzes betont. Diese Pianisten nutzen den modernen Flügel fast so, als hätte er kein Pedal.

Der DONAUKURIER berichtete am 17.02.2016 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Abgründe in scharfem Licht
Dem Armida-Quartett gelingt ein fulminanter Abend beim Konzertverein Ingolstadt


"Seine neuen Quartette sind doch wohl zu stark gewürzt - und welcher Gaumen kann das lange aushalten." So bemäkelte ein Kritiker Mozarts 1785 erschienene sechs Streichquartette. Was seine Kammermusik betrifft, galt der Schöpfer der "Kleinen Nachtmusik" geradezu als Avantgardist, und gewöhnliche Musikgourmets wollten oder konnten diese schwierigen, komplizierten Werke nicht spielen.
Das vergisst man heute allzu schnell, da seit Beethoven noch weit mehr Pfeffer in Streichquartetten steckt: Mozart als angenehmer, leichter Auftakt.
Das Armida-Quartett legte im Konzertverein dagegen den Anspruch, die Komplexität, die Modernität dieser Musik offen auf den Tisch. Dabei ist das sogenannte "Jagd-Quartett" in B-Dur noch eines der harmloseren. Relativ weich und fließend artikuliert, fast mit Wiener Gemütlichkeit, spielen die vier das Fanfarenthema. Trügerisch: Denn dann wird der Blick frei für das Filigran, für die Ereignisdichte des Satzes. Leicht gefiedert flattert ein kleines Motiv durch die Instrumente, ein Halbton droht im Cello, fremdartige Akkorde stoppen die Jagd. In einem hauchzarten Pianissimo verklingend, zieht sich die Exposition gleichsam nach innen zurück. Dieser Mozart will erlauscht sein. Auch Melodien werden nicht dick aufgetragen, sondern bleiben in das Stimmengeflecht integriert, was bei wenig Vibrato einen seidenfeinen Gesamtklang ergibt. Das in seiner Tiefe, Melancholie und Zerbrechlichkeit erschütternde Adagio fassen die vier mit ganz spitzen Fingern an, tasten sich behutsam am Rand der Stille entlang. Umso schmerzhafter reißt das oftmals lautstarke Gehuste klaffende Löcher in dieses fühlende und atmende Klanggewebe.

Der DONAUKURIER berichtete am 09.03.2016 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Ein märchenhafter Liederabend
Christiane Karg und Gerold Huber begeistern das Publikum des Konzertvereins Ingolstadt


Wie kann man nur einen Liederabend so beginnen? Mit dem letzten Lied, dem "Leiermann", aus Franz Schuberts tiefdepressivem Zyklus "Die Winterreise"? Diesem Ausflug in letzte Abgründe der psychischen Ausweglosigkeit, in die Eiszeit der Seele. Wie vermag man das, aus dem Stand heraus, ohne all die anderen, bewegenden, leidenschaftlichen, liebessüchtigen Lieder des Zyklus zuvor zu singen
Christiane Karg steht da auf der Bühne des Ingolstädter Festsaals, der Applaus brandet auf, aber sie wendet sich ab. Sie lächelt nicht, sie runzelt vielmehr angespannt die Stirn, konzentriert sich, sucht merklich nach einer anderen Stimmung, nach Gefühlen, die zunächst gar nicht in den warmen Konzertsaal passen mit seinem gut gelaunten, erwartungsfrohen Publikum. Dann singt sie - mit kalter Stimme, fast starr, mit fast unbewegter Tongebung. Bis mehr und mehr Emotionen aufleuchten und sie ganz am Ende, schon etwas leiser, wegdämmernd, die Frage stellt: "Wunderlicher Alter! Soll ich mit dir geh'n"

Der DONAUKURIER berichtete am 28.03.2016 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Diese Frau singt betörend und zart
Eindrucksvoller Liedzyklus, großartig intoniert von Christiane Karg und Gerald Huber


Christiane Karg, die weltweit erfolgreiche Sopranistin kann ganz wunderbar verhalten und lyrisch singen. Eine Kunst, die eigentlich gar nicht hoch genug gelobt werden kann. Im Rahmen eines umjubelten Liederabends (100 Jahre Konzertverein Ingolstadt) machte die in Feuchtwangen geborene Künstlerin deutlich, wie innig, eindrucksvoll, beseelt und auch zart sie interpretieren kann.
Im gut besuchten Theaterfestsaal, der sich von der Akustik her für Liederabende nicht unmittelbar eignet, begann Christiane Karg leicht und betörend mit Franz Schubert („Leiermann“, „Der Zwerg“ und „Erlkönig“). Bereits nach wenigen Takten wurden Vielfalt und Brillanz einer schier perfekt wirkenden Stimmkultur offenbar. Spontan und sicher, keineswegs sinnenprall, vielmehr wahrhaftig, schenkt sie diesen Liedern damaliger Zeit – die ein junges Publikum wohl kaum mehr zu hören bekommt – Anmut und Würde.
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Die Augsburger-Allgemeine berichtete von dem Konzert Lesen Sie hier weiter

Von Wundern und Wunderkindern
Das Trio Armstrong/Bielow/Brendel begeistert beim Konzertverein Ingolstadt


Wie sieht eigentlich ein echtes Genie aus? Möglicherweise so wie Kit Armstrong. Der 25-jährige gebürtige Taiwanese ist geradezu mit einem Übermaß an geistigen Gaben gesegnet. Was soll man von jemandem halten, der schon mit acht Jahren als Pianist öffentlich mit Orchester auftrat (wovon ein absolut faszinierendes Youtube-Video zeugt), in der Grundschule bereits nebenbei die Highschool besuchte und mit neun Jahren an der Universität ein Mathematikstudium begann? Ganz nebenbei lernte er noch mehrere Sprachen, sodass er heute nahezu auf Muttersprachen-Niveau Vorträge auf Deutsch halten kann. Viel wichtiger aber ist eine Äußerung seines Mentors Alfred Brendel. Der legendäre Pianist sagte einmal über seinen Schüler: "Dieser Junge ist die größte musikalische Begabung, der ich in meinem ganzen Leben begegnet bin."

Der DONAUKURIER berichtete am 05.04.2017 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Geometrie der Gefühle
Martin Stadtfeld ist ein grandioser Interpret Johann Sebastian Bachs. In Ingolstadt gastierte er mit dem Mannheimer Mozartorchester und überraschte. Denn der Pianist vermag sich auch in die hochemotionale Musik des Bach-Sohns Johann Christian hineinzudenken.


Martin Stadtfeld sieht aus, als wenn er auf einem Kinderstuhl sitzen würde. Der Pianist hat den Klavierhocker so weit wie nur möglich heruntergeschraubt. Wenn er Bach spielt, öffnet er manchmal die Lippen, als wenn er mitsingen wollte. Und wenn nur seine rechte Hand über die Tasten gleitet, scheint er mit der linken mitdirigieren zu wollen. Das alles sind Marotten, die wir kennen. Nämlich von dem anderen Giganten der Bach-Interpretation, von Glenn Gould (1932–1982). Aber spielt Martin Stadtfeld auch so wie der geniale Kanadier bei seinem Konzert im Ingolstädter Festsaal zusammen mit dem Mannheimer Mozartorchester? Wer Johann Sebastian Bach interpretiert, sitzt immer zwischen allen Stühlen. Kein anderer Meister der Musikgeschichte ist in den vergangenen hundert Jahren so vielfältig, so unterschiedlich gedeutet worden wie der geniale Thomaskantor.

Der DONAUKURIER berichtete am 13./14.05.2017 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Atemberaubendes Abschlusskonzert
Das Helsinki-Baroque-Orchestra, René Jacobs und Sophie Karthäuser beeindruckten im Theaterfestsaal in Ingolstadt


Das Jubiläumsprogramm „100 Jahre Konzertverein Ingolstadt“ bot ohne Zweifel spektakuläre Ereignisse, mit Solisten und Ensembles der absoluten Weltspitze.
Großartige Interpreten sorgten an der Donau für unvergessliche Live- Erlebnisse und verknüpften in schier einzigartiger Manier „Alte Musik“ mit Werken der Gegenwart: Beispielsweise die Gesangssolisten, Christian Gerhaher, Christiane Karg, das herausragende Sinfonieorchester aus Moskau, der Chor des Bayerischen Rundfunks, das Armida Quartett, die junge überaus talentierte Nachwuchskünstlerin Raphaela Gromes (Cello), die Weltmusikerin Sol Gabetta (Cello), die wohl gefragteste Klavierinterpretin unserer Tage, Ragna Schirmer, das Mandelring Quartett mit dem in Ingolstadt geborenen Roland Glassl (Viola), The Philharmonics mit Solisten der Berliner und Wiener Philharmoniker oder auch das Mannheimer Mozartorchester mit Martin Stadtfeld (Klavier).
Den krönenden Abschluss dieser sicherlich auf Jahre hinweg einzigartigen Konzertsaison machte wohl eines der besten Ensembles für Musik, gemäß historisch informierter Aufführungspraxis: das Helsinki-Baroque-Orchestra unter der Leitung des Spezialisten für „Originalklangmusik“ und langjährigen Intendanten der Innsbrucker Festwochen, René Jacobs sowie die überaus versierte Mozart-Interpretin, Sophie Karthäuser (Sopran). Gleich zum Auftakt verdeutlichte das Helsinki-Baroque-Orchestra bei einer makellosen Intonation der „Suite“ aus der Oper „Dido und Aeneas“ von Joseph Martin Kraus, wie affektvoll und facettenreich „Alte Musik“ klingen kann. Gerade in diesem Werk wimmelt es von herrlichen Kantilenen, Ausdrucksfinessen, Klang-Schönheiten, und dynamisch erlesen in Szene gesetzter Mehrstimmigkeit, die auch bei Beethovens bekannter Sinfonie Nr. 1 in C-Dur - am Ende des atemberaubenden Konzertes deutlich wurde. ...
Die Augsburger-Allgemeine berichtete am 22.05.2017 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Wenn Töne töten könnten
Glanzvoller Saison-Ausklang: Sophie Karthäuser, René Jacobs und das Helsinki Baroque Orchestra beim Konzertverein


Das Orchester wütete, Sophie Karthäuser tobte: "Ah! Perfideo, spergiuro, barbaro traditor" - Ach! Du treuloser, wortbrüchiger, barbarischer Verräter, schmetterte sie in den Saal. Ihr Timbre war dabei von unvergleichlicher Anmut, das Stimmmaterial strahlendes vokales Edelmetall. Kaum zu glauben: So hinreißend schön können Katastrophen sein - zumindest, wenn Sophie Karthäuser singt.
Die Sopranistin gastierte zum Abschluss der Jubiläumssaison 100 Jahre Konzertverein Ingolstadt im Theaterfestsaal. Begleitet wurde Ludwig van Beethovens Konzertarie von einem der erfolgreichsten Pioniere der historischen Aufführungspraxis, dem Belgier René Jacobs am Dirigentenpult des Helsinki Baroque Orchestra. Eine bessere Besetzung für das Festkonzert lässt sich wahrscheinlich kaum finden für diese Arie. Karthäuser macht regelmäßig Furore als Interpretin barocker oder klassischer Sopranpartien.

Der DONAUKURIER berichtete am 22.05.2017 von dem Konzert Lesen Sie hier weiter.

Die Jahrhundert-Saison
Die Jubiläumsspielzeit des Konzertvereins gehört zu den erfolgreichsten der vergangenen Jahrzehnte 2017/18 kommen weitere große Künstler


Die Zahlen sind eindeutig: Eine so erfolgreiche Saison des Konzertvereins hat es schon lange nicht mehr gegeben. Sie war ohne Einschränkung des Anlasses würdig, den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Konzertveranstalters. Denn das Programm sollte natürlich der großen Tradition des Konzertvereins gerecht werden. Immerhin sind in den vergangenen 100 Jahren die besten und berühmtesten Musiker des Jahrhunderts - von Nikolaus Harnoncourt bis Anne-Sophie Mutter, von Benjamin Britten bis Swjatoslaw Richter - in Ingolstadt aufgetreten
Sogar die Anzahl der Abonnenten ist zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder gestiegen. Derzeit liegt sie bei 626 Vereinsmitgliedern. Insgesamt verkaufte der Konzertverein für die 18 Konzerte mehr als 13 800 Karten. So herrscht große Zufriedenheit bei der Vereinsvorsitzenden Eva-Maria Atzerodt.
Gleich mehrere Konzerte der Jubiläumssaison waren gänzlich oder nahezu vollständig ausverkauft. Am erfolgreichsten war das Neujahrskonzert mit dem Wiener Ensemble "The Philharmonics" mit 1217 Gästen. Kaum weniger gut besucht waren die Abende mit der spanischen Cellistin Sol Gabetta (1196 Besucher) sowie die h-Moll-Messe von Bach dirigiert von Peter Dijkstra und mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks (1162 Besucher). Überraschend viel Publikum fanden auch die zwei Liederabende, die Auftritte von Christian Gerhaher (836) und Christiane Karg (702). Dabei gelten heute bei Konzertveranstaltern Auftritte von Sängern geradezu als Kassengift.

Der DONAUKURIER berichtete am 01.06.2017 Lesen Sie hier weiter.