102. Konzertsaison

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Saison 2017/2018

Zwischen seriös und spektakulär
Die neue Saison des Konzertvereins Ingolstadt bietet eine breite Mischung sehr unterschiedlicher Künstler

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Beim Konzertverein Ingolstadt wird zweifellos Nemanja Radulovic diese Rolle in der kommenden Spielzeit einnehmen. Der Serbe fällt auf, nicht nur wegen seiner wilden Mähne und der originellen Konzertgarderobe. Und auch nicht nur, weil er sich wie ein Teufelsgeiger stilisiert - sondern weil er wirklich einer ist.
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Der DONAUKURIER berichtete über die Konzerte der kommenden Saison. Diesen gesamten Artikel können Sie hier lesen.

Tragik hinter der schönen Fassade
Saisonauftakt beim Konzertverein Ingolstadt:
Das Klaviertrio Schäfer spielt Werke von Tschaikowsky und Schubert

Kammermusik ist bekanntlich Teamarbeit. Denn es kommt nicht darauf an, wer bei einem Musikstück der Schnellste ist, wer am lautesten spielt oder am tiefsinnigsten. Der Zusammenhalt zählt, die Homogenität. Aber das ist natürlich nicht alles. In einem gewissen Rahmen ist auch ein individueller Tonfall reizvoll.

Das Klaviertrio Schäfer ist kein gewachsenes Kammermusik-Ensemble, sondern eher ein zeitweiliges Bündnis erfahrener Solisten. Jeder der Musiker - Ilona Then-Bergh (Violine), Wen-Sinn Yang (Cello) und Michael Schäfer (Klavier) - hat seinen eigenen Stil, und das hört man auch.

Der DONAUKURIER berichtete am 29.09.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Radikal empfindsam
Isabelle Faust und Andreas Staier
gastieren beim Konzertverein und spielen romantische und klassische Werke

Klingt das wirklich nach Brahms? Die Geigerin Isabelle Faust und der Pianist Andreas Staier unternehmen bei ihrem Duo-Abend im Ingolstädter Festsaal ein ungewöhnliches Experiment. Sie spielen die späte Es-Dur-Sonate op. 120 von Johannes Brahms. Aber das Stück ist eigentlich für Klarinette und Klavier komponiert. Später hat Brahms auch noch eine Transkription für Viola erstellt - an die Violine jedoch hat er nicht gedacht. Denn es ist allgemein bekannt, dass der Norddeutsche den dunklen Klang liebte, dass er eher die herbstlichen, matten, nicht allzu brillanten Farben schätzte.

Tatsächlich scheinen Faust und Staier sich an diese Überlegungen zu halten. Es ist fast ein Wunder, was die Geigerin aus ihrer Stradivari herausholt, wie gelassen und zurückhaltend sie das Hauptthema nehmen kann, wie sie im zweiten Thema eine völlig unprätentiöse, vibrierende Süße in ihren sehr leisen Ton zu legen vermag. Wie sie ihre Geige dunkel klingen lassen kann.

Der DONAUKURIER berichtete am 6.10.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Brilliant und von intensiver Schönheit
Isabelle Faust und Andreas Staier
musizieren im Einklang
Wie sie das Publikum beeindrucken

Mit eher selten dargebotenen Werken aus der Feder von Carl Philipp Emanuel Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven, Robert Schumann und Johannes Brahms verdeutlichte die weltweit anerkannte und bedeutende Solistin Isabelle Faust bei ihrem gelungenen Auftritt im Theaterfestsaal, wie brillant und nuancenreich ihr so innig-beseeltes und ausdrucksstarkes Spiel – auf der über 150 Jahre alten „Dornröschen-Stradivari“ – sein kann.
Die mehrfach ausgezeichnete Solistin und der ebenso überaus präsent und technisch versiert agierende Pianist, Andreas Staier, verfügen über ein so enormes Maß an Klangkultur, dass man darüber im eigentlichen Sinne nur staunen kann.
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Die Augsburger-Allgemeine berichtete von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Slow Food für die Seele
Empfang mit munterem Klangwirbel zum hundertjährigen Bestehen des Konzertvereins

Ingolstadt (DK) Kein anderer Verein dürfte so viel für das kulturelle Leben in Ingolstadt geleistet haben - und das über 100 Jahre hinweg. Die Stadt hat dem Konzertverein gestern Abend zu seinem großen Jubiläum einen Empfang bereitet und dabei vor allem auch das Lebenswerk der Familie Atzerodt gewürdigt.

Percussionist Stefan Landes wirbelte im Historischen Sitzungssaal des Alten Rathauses übers Marimbaphon (großer Bruder des Xylophons) und später noch über seine Trommeln, dass es in allen Gehörgängen richtig rundging und das Publikum innerlich mitgerissen wurde. Es hätte wohl nicht besser bewiesen werden können, dass der Jubilar lebendig ist wie eh und je und trotz aller Bande zur Klassischen Musik auch stets ein Fenster zur Moderne geöffnet hält: Diese Besonderheit des Konzertvereins klang auch in den Reden bei diesem kleinen Festakt an.
"Die besten und berühmtesten Künstler" habe der Verein mit seinen heute über 600 Abonnenten schon nach Ingolstadt geholt, lobte OB Christian Lösel in seiner Begrüßung, damit stelle er "ein Tor zur Welt" dar. Der Rathauschef überreichte Blumen an die Eheleute Reinald und Isolde Atzerodt, die diese Bürgerinitiative für hochklassigen Musikbetrieb in der Stadt seit 1978 geprägt haben, sowie an ihre Tochter Eva-Maria, die den Vorsitz vor 17 Jahren übernommen hatte.

Der DONAUKURIER berichtete am 11.10.2017 von dem Stadtempfang. Lesen Sie hier weiter.

Trunkene Grenadiere, schroffe Liebeserklärungen
Thomas Trolldenier ist ein packender Lied-Erzähler in Ingolstadt gewann er den Musikförderungspreis des Konzertvereins

Künstlerisches Niveau hat auch etwas mit dem Alter zu tun: Die Aussage ist eigentlich trivial. Bei Sängern allerdings hat sie eine besondere Bedeutung. Bei einem jungen Instrumentalisten etwa kann man davon ausgehen, dass er nach längerem Unterricht die Flöte, die Violine oder das Klavier allmählich immer besser beherrscht.
Auch ein Sänger wird über die Jahre immer souveräner bestimmte Partien bewältigen. Aber es geht hier um noch mehr. Denn die Stimme selbst verändert sich, im Alter zwischen 20 und 30 Jahren wird sie kräftiger, substanzvoller, lauter, bekommt metallische Durchschlagskraft.
Beim Wettbewerb des Konzertvereins, beim "Konzert für junge Künstler" war es daher vielleicht gar nicht so erstaunlich, dass gerade der älteste Künstler am Ende den von Elin und Wilhelm Reissmüller gestifteten Musikförderungspreis erhielt. Thomas Trolldenier ist Jahrgang 1987. Bedauerlich ist, dass im Programmheft nichts über das doch so bedeutsame Alter der Sänger zu erfahren war.

Der DONAUKURIER berichtete am 19.10.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Alles drehte sich um das Fach “ Liedgesang” beim diesjährigen Wettbewerb zum Musikförderungspreis des Konzertvereins Ingolstadt.
INTV berichtete von dem Wettbewerbs-Konzert "Junge Künstler". Diese Sendung können Sie hier sehen.

Bariton Trolldenier gewinnt Musikförderpreis
von Isabella Kreim
Der Kulturkanal berichtete von dem Wettbewerbskonzert "Junge Künstler". Diesen Bericht können Sie hier hören.

Milder Jubiläumsglanz
Der Konzertverein Ingolstadt feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einem Gastspiel der Philharmonie Kiew. Besonders der Pianist Antonii Baryshevskyi beeindruckt mit einer poetischen Interpretation des Klavierkonzerts von Robert Schumann.

Der romantische Komponist Robert Schumann (1810-1856) liebte es, sein Seelenleben durch zwei fiktive, antagonistische Figuren zu charakterisieren: "Florestan, den Wilden, / Eusebius den Milden" - so beschrieb er die beiden Charaktere in einem Gedicht für seine Frau Clara. Seine Musikkritiken und auch viele seiner Kompositionen unterschrieb Schumann nicht mit seinem eigenen Namen, sondern mit den beiden erfundenen Helden. Die großen Klavierzyklen wie "Davidbündlertänze" oder "Carneval" sind so durchdrungen vom Konflikt der beiden Seelenfiguren. Aber eigentlich sind alle Werke Schumanns geprägt von dieser lustvollen Dualität zwischen poetisch-gefühlvollem Überschwang (Floristan) und ungehemmter stürmischer Wildheit (Eusebius) - auch das Klavierkonzert in a-Moll.
Kaum ein Pianist und kaum ein Orchester können beide Charaktere gleich gut darstellen. Beim Jubiläumskonzert des Konzertvereins Ingolstadt im Festsaal spielte Antonii Bary-shevskyi den Solopart, und er ist eindeutig ein Floristan-Typ. Die einleitenden heftigen Akkorde des Orchesters, das dann folgende fast rezitativische, abwärtsstürzende Oktav-Solo des Klaviers spielte der Ukrainer erstaunlich moderat, keineswegs so kraftstrotzend und heroisch wie in vielen anderen Darstellungen. Ganz anders das träumerische Hauptthema, das kurz danach folgt: Hier kitzelte Baryshevskyi wirklich alles an Romantik und Poesie aus den Zeilen heraus, was überhaupt nur geht. Ein Rausch der goldenen Anschlagsfinesse, der subtilen Verzögerungen. Wunderbar. Hier musizierte Baryshevskyi wirklich ergreifend.

Der DONAUKURIER berichtete am 14.11.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Klavierglanz zum Jubiläum
100 Jahre Konzertverein: Wie die Philharmonie Kiew und Pianist Antonii Baryshevskyi beeindrucken konnten.

Der Konzertverein Ingolstadt, 1917 von Ludwig Liebl gegründet und heute durch die Familie Atzerodt in bewährter und überaus engagierter Weise geleitet, zählt ohne Zweifel zu den herausragenden Kulturinstitutionen unserer Region. Seit über 100 Jahren gelingt es den Verantwortlichen, ein hochrangiges Musikangebot mit zahlreichen Künstlern von Weltruf anzubieten. Genau vor 100 Jahren, am 12. November 1917 war der erste Veranstaltungstag des damals neugegründeten Vereins. Das aus diesem Anlass initiierte Festkonzert mit dem Staatlichen Sinfonieorchester der Nationalen Philharmonischen Gesellschaft der Ukraine unterstrich somit einmal mehr, wie erlesen und hochkarätig die Konzerte des Konzertvereins mittlerweile nun mal sind.
Dieses wohl wichtigste Ensemble Osteuropas – es war bereits mehrmals an der Donau zu Gast – zeigte beim restlos ausverkauften Festkonzert, wie stimmig und niveauvoll es intonieren kann. Unter der Leitung des gefragten Dirigenten Mykola Dyadiura, er wurde u.a. von Leonard Bernstein, Seiji Ozawa und André Previn gefördert, boten die Musiker bereits zu Beginn des Abends bei Edvard Griegs Vertonung, „ Im Herbst“, op11, ein über weite Strecken dynamisch differenziert angelegtes Spiel. Das dunkle Chroma der Melodien verliert sich in dieser Notation in betörend weicher Einsamkeit, die furiosen Aufschwünge rauschen, ohne martialisch zu klirren. Melancholie, Einsamkeit, Ernst, aber auch Lebensfreude finden in dieser Musik ihren so prägnanten Ausdruck.
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Die AUGSBURGER ALLGEMEINE berichtete am 14.11.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Festkonzert zum 100. Geburtstag des Konzertvereins
von Isabella Kreim
Was vor genau 100 Jahren bescheiden aber durchaus ambitioniert mit einem Liederabend im damaligen Offizierskasino begonnen hat, konnte gestern mit einem 60-Mann-Orchester, der Philharmonie Kiew, im vollbesetzten Theaterfestsaal, also mit über 1000 Zuhörern gefeiert werden: Der 100. Geburtstag des Konzertvereins Ingolstadt. Also bereits rein quantitativ was die Besetzung auf dem Konzertpodium wie die Anzahl der Zuhörer betrifft, die machtvolle Demonstration der Erfolgsgeschichte eines ehrenamtlichen Engagements Ingolstädter Bürger, seit Jahrzehnten vor alllem der Familie Atzerodt, für das Musikleben in dieser Stadt.
Aber bei aller Festkonzert-Stimmung treibt den Konzertverein aktuell ein Problem um, das seine 100jährige Geschichte immer wieder durchzogen hat. Die Frage nach einem alternativen Konzertsaal, wenn der Festsaal während der Theatersanierung geschlossen werden muss.
Diesen Bericht können Sie hier hören.

Es war ein historischer Abend am Sonntag im Ingolstädter Festsaal,
denn genau am 12.November 1917 , noch während der erste Weltkrieg die Menschen erschütterte, lud der neu gegründete Konzertverein in sein erstes Konzert in den heutigen Spiegelsaal des Kolpinghauses ein. Auf den Tag genau, feierte am Sonntag der Ingolstädter Konzertverein sein 100 jähriges Jubiläum im Ingolstädter Festsaal. Viele Ehrengäste und Prominente feierten diesen historischen Abend mit dem Verein im ausverkauften Ingolstädter Festsaal mit einem grandiosen Konzertprogramm.
INTV berichtete am 16.11.2017 von dem Festkonzert. Diese Sendung können Sie hier sehen.

Wunder des zarten Schönklangs
Das Jerusalem Quartet gab ein fantastisches Konzert beim Konzertverein Ingolstadt

Brutaler, unversöhnlicher kann man ein Musikstück kaum beginnen. Eine zornige Sechzehntelfigur platzt ruppig in den Saal, nach einer kurzen, vor Spannung berstenden Pause dann ein hoher Entsetzensaufschrei der ersten Violine. So beginnt das wohl ungemütlichste Streichquartett von Ludwig van Beethoven, das Quartett op. 95 in f-Moll. Wohl niemals zuvor wurde so schmerzensgeladen, so wütend komponiert. Musikhistoriker vermuten einen sehr persönlichen Anlass für diesen musikalischen Exzess: Beethoven hatte sich unglücklich in Therese Malfatti verliebt, einen Heiratsantrag hatte die Arzttochter 1810 abgelehnt.
Man kann sehr unterschiedlich mit diesem Verzweiflungsausbruch in Noten umgehen - ungestüm, kalt bis an die Grenze des Erträglichen wie einige bedeutende Streichquartette. Oder eher so wie das Jerusalem Quartet, das auf Einladung des Konzertvereins Ingolstadt im Festsaal gastierte. Denn die vier Musiker präsentieren einen eher milden Zorn, die Grenzen des Schönklangs werden niemals durchbrochen. Der Schmerz wird niemals hässlich.
Der DONAUKURIER berichtete am 20.11.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Wanderung in extremen Klanglandschaften
Franz Schuberts "Winterreise" in einer neuen Bearbeitung mit Daniel Behle und dem Oliver-Schnyder-Trio

Daniel Behle lässt den Liederzyklus "Winterreise" von Franz Schubert so beginnen, wie er ausklingt: mit zwei leeren Quintakkorden des Leiermanns, gespielt von Violine und Cello: in Monotonie erstarrende Musik. Erfrierende Klänge, die den Zyklus gleichsam einrahmen.
Wenn das Oliver-Schnyder-Trio am Ende im Ingolstädter Festsaal das letzte Lied anstimmt, scheint endgültig jedes Leben, jede Schönheit aus der Musik gewichen zu sein. Der Pianist Oliver Schnyder beugt sich weit über die Tastatur und zupft düstere Basstöne, der Cellist Benjamin Nyffenegger streicht ersterbende Töne auf den Saiten und Andreas Jankes Geige lässt das Leierkastenmotiv dicht am Steg gespielt fahl wimmern. Daniel Behle singt ganz leise, kraftlos, todesnah. Der Held der "Winterreise" ist nur noch ein sterbender Klangschatten seiner selbst.
Der DONAUKURIER berichtete am 29.11.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Elegante Dramatik
Reinhard Goebel dirigiert die Bayerische Kammerphilharmonie

In dem Buch "Was der Mann trägt: Gut angezogen in zwölf Schritten" kann man nachlesen, wie man eine Bauchbinde zum Frack oder Smoking anlegt. Reinhard Goebel trägt eine in Rot, klassisch abgestimmt auf die rote Fliege. Das kleidet ihn wirklich gut, den Mann, der musikalische Aufführungsgeschichte geschrieben hat: Als Barockgeigenvirtuose und Leiter der legendären "Musica Antiqua Köln" hat er Repertoire und Spielweise der barocken Kammermusik neu definiert. Es bleibt unvergessen, wie er Bachs Brandenburgische Konzerte interpretierte: rau, drängend, impulsiv, manchmal im Highspeed-Tempo. Nun vermittelt der ehemalige Rebell sein Wissen dem Establishment. Bedeutende Symphonieorchester wie die des Leipziger Gewandhauses, der Züricher Tonhalle, des Bayerischen Rundfunks hat er dirigiert.
Für den Konzertverein Ingolstadt steht er am Pult vor der Bayerischen Kammerphilharmonie aus Augsburg, die in kleiner Streicherbesetzung wirklich kammermusikalisch agiert, angetrieben von den feinfühlig elektrisierenden Impulsen Goebels. Der Mann scheint geradezu unter Spannung zu stehen, mit präzise schnellenden Armbewegungen, immer auf Kontraste, Akzente, plötzliche Einsätze lauernd, die dann mit dem Taktstock sozusagen punktgenau aufgespießt werden. Die schnellen Sätze kommen damit sehr agil und wendig rüber, ohne hektisch oder spitz zu wirken, da die Augsburger trotz allem geschmeidig und souverän phrasieren. Mit wenig Vibrato erzeugen sie einen zumeist glasklaren, seidig schimmernden Klang.
Der DONAUKURIER berichtete am 13.12.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Bach - Abend mit Bayerischer Kammerphilharmonie
von Johannes Seifert
Es kann sehr spannend sein, einen ganzen Konzertabend der Musik der Bach- Söhne, Carl Philipp Emanuel, Wilhelm Friedemann und Johann Christoph Friedrich zu lauschen. In ihren Notationen heben sich alle drei doch sehr deutlich ab vom ihrem so berühmten Vater, Johann Sebastian Bach. Dessen Söhne gelten vielfach als Wegbereiter der musikalischen Klassik. Gerade in Sachen Harmonik und Ausdrucksvielfalt scheint dabei besonders Wilhelm Friedemann Bach prägend zu sein.
Die Bayerische Kammerphilharmonie war erstmals beim Konzertverein im Festsaal des Stadttheaters Ingolstadt zu Gast, um unter der Leitung von Reinhard Goebel und im wundervollen Zusammenwirken mit Bruno Delepelaire ( Cello) , mit eben genau dieser Musik der Bach – Söhne zu beeindrucken.
Diese Werke der Vorklassik sind geprägt von großer Leidenschaft und verlangen vom Orchesterapparat enorme Vielseitigkeit. Dies betonte auch der Experte, Hochschullehrer und erster Gastdirigent der Kammerphilharmonie Reinhard Goebel im Gespräch , dass wir vor dem herausragenden Konzert beim Konzertverein Ingolstadt führen konnten.
Diesen Bericht können Sie hier hören.

Lauter Lieblingsstücke
Schlagzeugerin Vivi Vassileva gibt mit ihrem Ensemble ein fulminantes Konzert in Ingolstadt

Bei der Zugabe stand auf einmal nicht ein Quintett auf der Bühne des Ingolstädter Festsaals, sondern ein Sextett. Das Ensemble der Schlagzeugerin Vivi Vassileva hatte überraschend Zuwachs bekommen: Max, zehn Jahre alt und Schüler der Perkussionistin Sandra-Isabel Knobloch, hatte sich mit den Musikern in der Pause unterhalten und sich nun mit einer Rassel in der Hand zu den fünf Musikern hinzugesellt.
Das fetzige Stück von Chick Corea klang nicht unbedingt dramatisch anders mit einem sechsten Bandmitglied - aber das war vielleicht auch nicht entscheidend. Wichtiger war der Eindruck: Vivi Vassileva ist jugendlich-spontan, eine Stimmungskanone, sie weiß, wie sie das Publikum mitreißen kann.
Die 23-jährige Schlagzeugerin hat sich verändert, seit sie 2013 den Musikförderungspreis des Konzertvereins in Ingolstadt gewonnen hat. Sie ist souveräner, selbstbewusster, attraktiver geworden. Sie weiß, dass mehr dazugehört, eine grandiose Perkussionistin zu sein, als einfach nur gut zu spielen. Sie vermag mit dem Publikum zu flirten, auf die feinen Schwingungen der Zustimmung, der Begeisterung, des Zweifels, die aus dem Saal auf die Bühne wehen, zu reagieren. Und sie weiß natürlich, welche Werke wirklich gut funktionieren.
Der DONAUKURIER berichtete am 13.12.2017 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Große Party auf dem Parnass
Hille Perl und das Ensemble Amarcord bestreiten das vielleicht ungewöhnlichste Konzert dieser Konzertvereinssaison in Ingolstadt

Vor langer Zeit, bevor die Violine diese Rolle frech usurpierte, war die Viola da Gamba die unbestrittene Königin der Streichinstrumente gewesen. Still und einsam, wie in Trauer gewandet, thront sie auf der Bühne des Ingolstädter Festsaals und verströmt jene silbrigen, zauberischen Töne, für die man sie einst verehrte.
Doch dann plötzlich ein lauter Schlag von hinten: Es ist die Trommel, die nun in feierlicher Prozession acht Sänger und Musikanten zur Bühne geleitet, wo sie sich um die Viola da Gamba gruppieren: Das Fest kann beginnen ...
Hille Perl, die neben Jordi Savall die Gambe aus ihrem Dornröschenschlaf befreit hat, macht auch immer wieder mit neuen Ideen, überraschenden Interpretationen und besonderen Projekten auf sich aufmerksam - und dies war sicher das ungewöhnlichste Konzert dieser Konzertvereinssaison.
Im Mittelpunkt stand eine sogenannte "Madrigalkomödie", eine frühe Form des Musiktheaters, die heute kaum mehr aufgeführt wird. Denn die mehrstimmigen Sätze lassen sich szenisch schwer umsetzen: Man ist aufgefordert "zu lauschen anstatt zu gucken" - auf dass das Theater im Kopf stattfinde.
Der DONAUKURIER berichtete am 02.02.18 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

"In hundert Jahren hat sich nicht viel verändert"
Der Konzertverein Ingolstadt hat sein 100-jähriges Bestehen grandios gefeiert. Die Vereinsvorsitzenden Eva-Maria Atzerodt und Barbara Thalmann blicken nun in eine schwierige Zukunft: Der Festsaal wird demnächst saniert, die Konzerte leiden unter Besucherschwund.
Der DONAUKURIER, Herr Jesko Schulze-Reimpell führte ein Interview. Dieses Interview können Sie hier lesen.

Hille Perl Ensemble und "amarcord" beim Konzertverein
Hille Perl die genial wirkende Musikerin an der Viola da Gamba war zusammen mit ihrem Originalklangensemble der echten Spitzenklasse und dem herausragenden Gesangsquintett „amarcord“ auf Einladung des Konzertvereins im Theaterfestsaal zu Gast, um Musik aus der Zeit der Renaissance in schier unverwechselbarer Weise zu intonieren.
Alte Musik ist für das heutige Hörvermögen meist etwas fremd aber dennoch delikat und von beeindruckender Homogenität. Dabei gelang es den Musikern, Lee Santana (Laute), Christoph Sommer ( Theorbe und Gitarre) und Michael Metzler ( Percussion) sowie der Gambistin Hille Perl zu beeindrucken. Vor dem überaus gut besuchten Konzert durften wir mit der Echopreisträgerin sprechen.
Den Beitrag des Kulturkanals können Sie hier hören.

In der musikalischen Hexenküche
Ingolf Turban und Matthias Kirschnereit gastieren beim Konzertverein Ingolstadt

Der Begriff Paganini suggeriert sofort ein bestimmtes ästhetisches Konzept. Es geht um Kunst an der Grenze zum Sport, um die Überwältigung des Publikums durch nahezu übernatürliche Artistik anstelle von interpretatorischer Sinngebung. Denn natürlich bezieht sich die Musik hier auf den berühmtesten Geigenstar der Musikgeschichte, auf den Italiener Niccolai Paganini (1782-1840).
Beim Konzert des Konzertvereins Ingolstadt wird der große Geiger gleich in dreifacher Hinsicht gewürdigt: Es stehen Werke von Paganini und aus dessen Umfeld auf dem Programm, das Ensemble I Virtuosi di Paganini trägt den Namen des Musikers im Titel und Ingolf Turban steht auf der Bühne, ein Geiger, dessen Ruhm und Bedeutung in vielfältiger Weise mit dem musikalischen Hexenmeister verbunden ist.
In der Tat: Turban ist durch und durch ein Virtuose, ein Künstler, der mit seinen manuellen Fähigkeiten das Publikum zu verzaubern vermag. Virtuosität ist allerdings weit mehr, als nur besonders schnell die Finger über die Saiten zu bewegen. Virtuosität ist niemals technokratisch. Vielmehr sollte die Musik in einer verführerischen Manier präsentiert werden: quasi als Magier der Töne. Und hier ist Turban unübertrefflich. Ein sympathischer, lässig lächelnder Klangzauberer, der aus noch so banalen konzertanten Wendungen noch ein Höchstmaß an musikalischer Überzeugungskraft herauspressen kann. Weil er den Witz dieser Musik versteht, ihre Effekte mit viel Charme und kalkulierter Liebeswürdigkeit artikulieren kann.
Der DONAUKURIER berichtete am 26.02.2018 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Ein Piano-Talent
Michail Lifits gelingt ein grandioser, tiefgründiger Klavierabend im Ingolstädter Festsaal
Man kann als Künstler auch dem Ruhm, dem Beifall, der rasenden Begeisterung des Publikums aus dem Weg gehen. Man kann all das vermeiden, was gemeinhin große Klaviervirtuosen auszeichnet: den donnernden Anschlag, die aufgeplusterte Attitüde, die manuelle Angeberei.
Der Pianist Michail Lifits ist anders. Er spielt leise, verinnerlicht, langsam, nachdenklich, vergeistigt. Aber das auf einem so hohen Niveau, dass wir ihn schon nach dem Besuch nur eines Konzerts in den pianistischen Olymp heben wollen. Ein Talent wie Michail Lifits begegnet man nur sehr selten, er zählt ohne Zweifel zu den besten Pianisten unserer Zeit.
Der DONAUKURIER berichtete am 09.03.2018 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Deutsch-französische Freundschaft
Ein großer Kammermusikabend mit dem Ensemble Quatuor Voce beim Konzertverein Ingolstadt

Essen würde Gott in Frankreich, das ist klar. Wie aber steht's um die französische Musik, genauer die Kammermusik des 19. Jahrhunderts? Die genießt noch lange nicht den Ruf der französischen Küche. Dabei zeichnet die auch eine sehr eigene Mischung von Raffinesse und Üppigkeit aus, wie gerade im Ingolstädter Festsaal zu erleben war. Der Pianist Oliver Triendl kam mit dem deutsch-französischen Sologeiger Laurent Albrecht Breuninger und dem Quatuor Voce aus Paris. Eine ungewohnte Formation, aber gut für eine opulente, äußerst abwechslungsreiche Menufolge.
Der DONAUKURIER berichtete am 22.03.2018 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Im Dienst einer großen Geige
Susanne Hou und die Sinfonietta Cracovia beim Konzertverein Ingolstadt

Ein hervorragendes Instrument verpflichtet. Die kanadische Geigerin Yi-Jia Susanne Hou spielt auf der Geige des berühmten Fritz Kreisler (1875-1962). Vorzügliche Violinen wie eben die "ex-Mary Portman, Fritz Kreisler Guarneri del Gesu, Cremona"-Geige von 1735 haben einen sehr eigenen Charakter. Und das war beim Konzert von Susanne Hou durchaus zu spüren. Aber wichtiger ist vielleicht noch etwas anderes: Wer ein so ungewöhnliches Instrument zur Verfügung hat, der beschäftigt sich vermutlich noch intensiver mit den spezifischen Klängen, die damit hervorgebracht werden können, hört noch genauer hin, experimentiert noch nachhaltiger.
Jedenfalls war beim Konzert des Konzertvereins am Mittwochabend im Ingolstädter Festsaal durchaus zu spüren, wie die Geigerin um jeden Ton rang, wie sie mit Klangfarben spielte und immer wieder erstaunliche Kolorierungen hervorbrachte. Den Stil von Fritz Kreisler allerdings imitierte sie dabei keineswegs.
Auffallend waren besonders die langsamen Sätze der beiden Konzerte, die an diesem Abend auf dem Programm standen: des Violinkonzerts in E-Dur von Johann Sebastian Bach und des Violinkonzerts D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart.
Der DONAUKURIER berichtete am 20.04.2018 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Mit bemerkenswerter Klangfantasie
Die Sinfonietta Cracovia und Susanne Hou beeindrucken mit Werken von Bach und Mozart

Die Sinfonietta Cracovia, das offizielle Orchester der polnischen Hauptstadt Krakau und die kanadische Geigerin Susanne Hou konzertierten auf Einladung des Konzertvereins, um ein vielfältig angelegtes Programm zu präsentieren.
Gleich zu Beginn wurde bei der gefühlvoll intonierten „Symphonia de Nativitate“ eines anonymen Meisters der polnischen Barockzeit sowie bei der „Sinfonia Nr. 10 in h-Moll“, von Felix Mendelssohn Bartholdy, deutlich, wie gepflegt und nuancenreich dieser renommierte Klangkörper – seit Gründung vor allem durch Krzysztof Penderecki gefördert – musizieren kann. Zwar fehlte es vor allem in den schnellen Sätzen etwas an Leidenschaft, Temperament und auch Rasanz: Dennoch formte das Orchester, ohne Dirigent, ganz unprätentiös und scheinbar mühelos eine dezente Grundierung der Werke, musikalisch durchdacht, präzise und wirklich wohl dosiert.
Ganz besonders erfreute die Solistin Susanne Hou (Violine) im Konzertverlauf, bestens begleitet von der Sinfonietta Cracovia, mit der technisch makellosen Interpretation der Violinkonzerte in E-Dur von Bach sowie D-Dur von Mozart.
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE berichtete am 20.04.2018 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Schrille Kluft, wilde Musik
Der Geiger Nemanja Radulovic gastiert mit Virtuosenstücken beim Konzertverein Ingolstadt

Zu jedem Konzert gehört immer auch ein gewisser Show-Effekt. Das Publikum will schließlich auch etwas für die Augen haben. Beim Geigenvirtuosen Nemanja Radulovic, der am Donnerstagabend im Ingolstädter Festsaal gastierte, kommen die Zuschauer da voll auf ihre Kosten. Der Serbe tritt in schriller Kluft auf, die wilde, lockige Haarmähne ist zurückgesteckt, der Künstler trägt eine hautenge Lederhose und Punk Boots.
Bevor er spielt, hebt er theatralisch die Arme, vibriert an den Saiten, als müsste der Klang schon vor der eigentlichen Musik geformt werden. Sobald die ersten Töne anschwellen, tigert er über die Bühne, lächelt abwechselnd ins Publikum oder die fünf Musiker seines Ensembles Les Trilles du Diable an. Kein Zweifel, der Mann kultiviert ein Image: das des dämonischen Teufelsgeigers.
Aber dabei bleibt es nicht. Auch musikalisch will Radulovic besonders wild und fulminant sein. Bescheidenheit, Schlichtheit des Klanges, stilistische Reinheit - alles Eigenschaften, die der 32-jährige Supervirtuose lieber seinen seriösen Kollegen überlässt. Das führt dazu, dass der junge Geiger, der 2015 immerhin mit dem Echo-Klassik als bester Nachwuchskünstler ausgezeichnet wurde, permanent übertreibt.
Der DONAUKURIER berichtete am 05./06.05.2018 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.

Nemanja Radulovic erstmals beim Konzertverein
von Johannes Seifert
Als Ersatz für Maxim Vengerov gab Nemanja Radulovic´ 2006 mit Beethovens Violinkonzert sein viel beachtetes Debüt mit dem „Orchestre Philharmonique in Paris.
Seither gilt er als einer der gefragtesten Nachwuchskünstler weltweit und tritt er mit den führenden Orchestern Europas, Asiens und Amerikas auf. Seine aktuelle Aufnahme „Five Seasons“ ist nunmehr das fünfte ausgezeichnete Album von Radulovic.
Die vorausgegangenen CD´s stürmten unmittelbar an die Spitze der Bestseller- und internationalen Download-Listen, wurden von der Presse weltweit gefeiert und mit internationalen Preisen ausgezeichnet.
Im großartigen Zusammenwirken mit dem faszinierenden Streichquintett „ Trilles du Diable“ gab Nemanja Radulovic´ im nahezu ausverkauften Theaterfestsaal sein Debüt beim Konzertverein.
Der Kulturkanal Ingolstadt berichtete. Diesen Bericht können Sie hier hören.

Früh gereift
Saisonausklang des Konzertvereins: Jean-Paul Gasparian spielt Werke von Ravel, Brahms und Chopin

Ersatz für einen erkrankten Künstler zu finden, ist immer heikel. So sollte der Einspringer möglichst von ähnlichem Format sein, um das Publikum nicht zu enttäuschen. Jean-Paul Gasparian, der beim Konzertverein am Donnerstagabend den Pianisten Till Fellner ersetzte, ist sicher ein Pianist ganz anderer Art. Und er trägt auch ein anderes Repertoire vor als sein österreichischer Kollege.
Und doch - in einem Punkt ähneln sich Fellner und Gasparian überaus: Sie sind beide hochseriöse Musiker. Klaviervirtuosen, die niemals die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten würden, die immer der Musik dienen wollen. Gasparian spielt so abgeklärt, vernünftig und reif, so jenseits aller virtuoseren Effekthascherei und billigen Mätzchen, dass man manchmal vergessen könnte, einen erst 22-jährigen Künstler vor sich zu haben.
Der DONAUKURIER berichtete am 19.05.2018 von dem Konzert. Lesen Sie hier weiter.