103. Konzertsaison

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Saison 2019/2020

Fragile Zartheit, energetische Dichte
Das Mandelring-Quartett und sein neuer Pianist Tae-Hyung Kim begeistern beim Konzertverein im Ingolstädter Festsaal

Längst ist das international ebenso gefeierte wie preisgekrönte Mandelring-Quartett zum umjubelten Dauergast in Ingolstadt avanciert.
Sein Besuch wurde auch diesmal wieder mit besonderer Vorfreude erwartet.
Dass die vier Musiker - die Geschwister Sebastian, Nanette und Bernhard Schmidt (Violinen und Cello) im Verbund mit dem Bratschisten Andreas Willwohl - unangefochten zu den führenden Streichquartetten unserer Zeit gehören, wird bereits bei Beethovens frühem op. 18 Nr. 3 sofort hörbar. Nicht nur unendliche Zartheit, fließende Weichheit, ja fast gläsern schwebende Fragilität zeichnet ihr Spiel aus (wie etwa gleich zu Anfang oder im Andante con moto), sondern auch leidenschaftliche Verve und spannungsgeladene, energetische Dichte (vor allem im finalen Presto). So setzt das Ensemble auch für die radikalen Attacken und schroffen Wechsel, die sich dabei ganz natürlich wie von selbst zu ergeben scheinen, stets auf hochpräzise Abstimmung, auf feinste klangliche Ausbalancierung.
Als überraschende Entdeckung erweist sich das spätromantische Streichquartett in E-Dur des Franzosen Fernand de La Tombelle, welches Jörg Sebastian Schmidt, der Vater dreier Mandelrings, während seines Studiums in einem Pariser Antiquariat aufgespürt hatte. Diese ungemein expressiven, auf ihre harmonisch ganz eigentümliche Weise berührenden Tonfärbungen, die im Eingangsmotiv an den Stil Massenets erinnern, gestalten die Künstler mit äußerstem Empfindungsreichtum aus. Das Largo wie das Adagio nehmen sie in sanft schillerndem Vibrato, erwecken in sinnlicher Ästhetik die glühende Leuchtkraft des mächtigen emotionalen Untergrunds zu melancholischem Leben. Für Schumanns richtungsweisendes, gattungsbegründendes Klavierquintett in Es-Dur betritt nach der Pause dann zudem der junge koreanische Pianist Tae-Hyung Kim die Bühne. Nun können alle Fünf aus dem Vollen ihrer Interpretationsstärke schöpfen: Brillante Eleganz und noble Finesse vereinen sie hier mit rauschhaftem Schwung und schier überbordender Vitalität.
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Einfach Barock
Die Kölner Akademie und die Sängerin Hanna Herfurter stimmen auf den Advent ein

Schlank und schlicht, aber gleichzeitig festlich und virtuos - so präsentiert sich Musik aus dem Barock oft.
Vielleicht ist sie deshalb in der Advents- und Weihnachtszeit so beliebt, denn sie strahlt einen gewissen Glanz aus. Diesen zauberte die Kölner Akademie am Dienstagabend in den Festsaal des Ingolstädter Stadttheaters. Das Ensemble war der Einladung des Ingolstädter Konzertvereins gefolgt und gestaltete zusammen mit Gesangs- und Instrumentalsolisten ein adventliches Konzert auf historischen Instrumenten.
Die barocke Art zu musizieren ist eine sehr strukturierte und regelmäßige. Die 13-köpfige Kölner Akademie unter der Leitung Michael Alexander Willens schaffte es jedoch, ihr Programm immer spannend zu gestalten. Im "Concerto grosso in Pastorale" von Francesco Manfredini erzeugte das Ensemble einen interessanten Echoeffekt: Die Stimmführer der Violinen, Antonio de Sarlo und Maya Enokida, übernahmen den Solopart des Konzert. Der samtige Klang ihrer Barockviolinen wich oft in ein leises, aber dennoch verständliches Flüstern zurück und ging anschließend im reichen, aber doch schlanken Klang des Orchesters auf. Auch bei den Solokonzerten des Abends galt dieses Prinzip. Barockoboist Christopher Palameta bewies in den gesanglichen Parts von Alessandro Marcellos "Concerto d-Moll" einen langen Atem und gestaltete seine Partien melodiös. Auch sein Ton mutete wie bei den Streichern durch das historische Instrument weicher und leiser an als der bekannte Klang moderner Instrumente. Im "Presto" perlten die Töne des Solisten und des Orchesters fließend ineinander. Genauso elegant gestaltete sich das Zusammenspiel mit Reinhard Siegert als Solist am Orgelpositiv.
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Kölner Akademie und Sopranistin begeistern in Ingolstadt
Das Konzert beim Ingolstädter Kulturverein bereitet die Besucher schon einmal auf Weihnachten vor

Sei lob mit Preis und Ehren“. Dieses Motto, entnommen aus der Bach-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“, BWV 51, umschreibt in besonderer Weise das auf den Kern der Weihnacht hinführende Programm, gestaltet von der ausgezeichneten Kölner Akademie und der glanzvoll agierenden, jungen Sopranistin, Hanna Herfurtner. Die Kölner Akademie zeichnet sich immer wieder durch ihre Aufführungen von Musik des 17. bis 21. Jahrhunderts aus. Somit genießt das Ensemble höchste Anerkennung für seine Auftritte bei Festspielen.
Das bereits zu Beginn des ansprechenden Abends intonierte Konzert in F-Dur für Orgel, Streicher und Basso Continuo von Georg Friedrich Händel wirkte somit in den einzelnen Sätzen lichtdurchflutet, transparent, mit markant gezeichneten Konturen und federnder Kraftentfaltung.
Auch die weiteren Konzertstücke wie Alessandro Marcellos, dessen Werke man selten hört, Concerto d-Moll für Oboe, Streicher und Basso Continuo sowie Francesco Manfredinis Concerto grosso, Pastorale op. 3, 12, waren wohlklingend und kraftvoll präsentiert.
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Brillant wie eine Violine
Der Bratscher Tobias Reifland erspielte sich den Musikförderungspreis des Konzertvereins Ingolstadt

Die Jury tat sich diesmal besonders schwer nach dem Wettbewerbskonzert für junge Künstler im Ingolstädter Festsaal. Am Ende glich die Besprechung einer Krisensitzung, man wusste einfach nicht weiter. Der ehrwürdige, langjährige Vorsitzende des Konzertvereins Ingolstadt, Reinald Atzerodt, wurde herbeigerufen.
Die Jury-Mitglieder Florian Sonnleitner (Violine, Konzertmeister beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Jürgen Weber (Viola, Konzertmeister beim gleichen Orchesters) und Florian Gmelin (Kontrabassist und Konzertmeister bei den Münchner Philharmoniker) wollten wissen, wie der von Elin und Wilhelm Reissmüller gestiftete Musikförderungspreis nun zu verstehen sei: eher als Ehrung für die beste künstlerische Leistung oder als gezielte Nachwuchsförderung.
Sonnleitner sagte hinterher: "Wir haben uns schließlich doch einigen können, dass wir die beste künstlerische Leistung, die uns auf der Bühne direkt begegnet ist, prämieren. Das heißt, dass wir Tobias Reifland den Ingolstädter Musikförderungspreis verleihen wollen." Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert.
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Edel, ausbalanciert, stilgerecht
Das Slowakische Radio Sinfonieorchester Bratislava trat mit dem Geiger Noé Inui in Ingolstadt auf

Das international bekannte Slowakische Radio Sinfonieorchester Bratislava war im nahezu ausverkauften Theaterfestsaal des Stadttheaters Ingolstadt in einem Sonderkonzert im Rahmen der Abo-Reihe des Konzertvereins zu erleben. Das Orchester erfreute dabei mit einem überaus ansprechenden Programm, der letzten Sinfonie von Peter I. Tschaikowsky, Pathétique, der Coriolan-Ouvertüre von Ludwig v. Beethoven und Dvoraks Violinkonzert in a-Moll. Seit 2007 leitet der slowakische Dirigent Mario Kosik die Geschicke des Orchesters. Das Konzert stand aber unter der glanzvollen Leitung des isländischen Dirigenten Gudni A. Emilsson, der ebenso Chefdirigent des Thailand Philharmonic Orchestra in Bangkok ist.
Ohne Zweifel ist dieser renommierte Klangkörper in der Lage, mit exakter Linienführung, dynamischen Finessen und sensibel angelegter Intonation zu beeindrucken. In den schnellen Sätzen der Ouvertüre und auch bei Tschaikowsky wirkte der Klang homogen, rhythmisch prägnant und transparent. Somit gelang eine Musikdarbietung besonderer Güte, vielfach edel, wohl ausbalanciert und stilgerecht.
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Gediegene Orchesterkultur
Das Radio Sinfonieorchester Bratislava und der Geiger Noé Inui gastieren beim Konzertverein Ingolstadt
Es ist zweifellos verdienstvoll, dass der Konzertverein Ingolstadt in den vergangenen Jahren immer wieder bemerkenswerte Orchester aus Osteuropa eingeladen hat, die international fast völlig unbekannt sind und doch durchaus auf hohem Niveau spielen. Dazu zählt etwa das Staatliche Symphonieorchester Russland, die Slowakische Philharmonie oder die Philharmonie Kiew. Und sicher auch das 1929 gegründete Radio Sinfonieorchester Bratislava, das Mittwochabend im Ingolstädter Theaterfestsaal gastierte.
Das Orchester eröffnete das Konzert mit Ludwig van Beethovens "Coriolan-Ouvertüre" und zeigte dabei gleich, was für vorzügliche Musiker in seinen Reihen sitzen. Straff und erschütternd der Anfang des Werks mit dem langanhaltenden Streicherunisono, das durch einen abgerissenen Tuttischlag abrupt beendet wird. Dirigent Gudni Emilsson leitete dann geschickt über zu dem unruhigen, sich allmählich steigernden zweiten Thema: das Porträt des Feldherrn als wechselhaften, cholerischen Charakter.
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Traum und Drama
Mariella Haubs und Vardan Mamikonian beim Konzertverein Ingolstadt
"Quasi come d'un concerto" - fast wie ein Konzert komponiert - hat Ludwig van Beethoven auf das Titelblatt seiner "Kreutzer-Sonate" geschrieben: ein Stück, das wegen seiner Wildheit, seiner Experimentierlust, seiner Zügellosigkeit aus dem Rahmen fällt.
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Wie kann man die Faszination dieser Musik, ihre Naturgewalt heute noch vermitteln? In einer Zeit, in der die Musikgeschichte sich 200 Jahre weiterentwickelt hat, harmonisch kühner, melodisch gewagter ist? Die erste 24 Jahre alte Münchner Geigerin Mariella Haubs gelang das an der Seite des ungleich erfahreneren, in Paris und Ingolstadt lebenden Pianisten Vardan Mamikonian bei ihrem Konzertabend im Ingolstädter Festsaal erstaunlich souverän.
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Mariella Haubs, die bisher im Konzertbetrieb noch nicht sehr präsent ist, ist eine hochbegabte Geigerin, die Nuancen und Klänge produziert, die Dramatik zu inszenieren weiß, die verblüfft. Eine Geigerin, die musikalisch etwas zu sagen hat.
DONAUKURIER berichtete am 25.10.2019 von dem Konzert mehr lesen.

Das Orion-Streichtrio begeistert mit abwechslungsreichem Programm
Musikalische Gefühlswelten

Musik habe den Zweck, Gefühle beim Publikum zu wecken - das soll der Komponist Alfred Schnittke einmal gesagt haben.
Diese Aufgabe hat sich am vergangenen Donnerstagabend auch das Orion-Streichtrio im Ingolstädter Festsaal im Stadttheater vorgenommen. Auf Einladung des Konzertvereins Ingolstadt präsentierten die drei Musiker ein Programm zum Schwelgen, aber auch eines mit Ecken und Kanten.
Die Ecken und Kanten standen sicher im Mittelpunkt des "Streichtrios" von Alfred Schnittke. Sein zweisätziges Werk basiert auf der simplen Melodie des Geburtstagsliedes "Happy Birthday", da Schnittke es als Auftragsarbeit zum 100. Geburtstag von Komponist Alban Berg geschrieben hat. Wer im Publikum aber ein fröhliches Geburtstagsständchen erwartet hatte, wurde überrascht: Nachdem das Orion-Streichtrio das Motiv romantisch liebevoll vorstellte, bohrten sich anschließend kantige Harmonien in Moll und Dur, hämmernde Staccato-Rhythmen und wuchtige Akkorde in die Ohren der Zuhörer. Geigerin Soyoung Yoon, Veit Hertenstein an der Viola und Cellist Sebastian Klinger gingen schwungvoll mit ihren Bögen in die Saiten und warfen sich die komplexen Akkorde und Motive gegenseitig zu, so dass sich ihre Energie auf das Publikum übertrug. Musikalisch vollbrachten die drei Musiker ein Meisterwerk, da Sebastian Klinger für den erkrankten Cellisten Benjamin Gregor-Smith eingesprungen war und die Probenzeit für das Trio nur sehr kurz war. Trotzdem schaffte das Ensemble es, das technisch und interpretatorisch schwierige Stück lebendig werden zu lassen - mit viel Gefühl, denn so erschloss sich das komplexe Werk auch für das Publikum am besten: Kopf aus, Gefühl an. Nach dem heiteren "Allegro" des unvollendeten "Streichtrio in B-Dur" von Franz Schubert vermittelte das Ensemble dem Publikum das Gefühl der Leichtfüßigkeit bei Zoltán Kodálys an ungarische Volksmusik erinnerndem "Intermezzo für Streichtrio". Mit den vier Sätzen der "Miniatures" von Antonin Dvo? ák hatte das Trio ein Wechselbad der Gefühle im Programm. Die "Cavatine" schwebte romantisch vor sich hin, während im "Capriccio" energischere Bogenstriche die markanten Motive akzentuierten. Die liebliche Melodie der "Romanze" sang Soyoung Yoon auf ihrer Violine buchstäblich über den Begleitstimmen träumerisch vor sich hin, während das Trio in der "Ballade" tief traurig vor sich hin seufzte.
Der DONAUKURIER berichtete am 12/13.10.2019 von dem Konzert mehr lesen.

Von höchster Feingliedrigkeit zu eruptiven Urgewalten
Das Busch Klaviertrio eröffnet phänomenal die neue Konzertvereins-Saison mit Mozart, Mendelssohn und Schubert

Was für eine wunderbare Fügung!Mit dem Auftritt des Busch Klaviertrios aus England beim Konzertverein kam zum Spielzeit-Auftakt nicht nur ein europaweit ausgezeichnetes Kammerensemble nach Ingolstadt, sondern es kehrte auch die wertvolle Geige des berühmten namensgebenden Violinisten Adolf Busch, mit der er im März 1933 hier sein letztes Konzert vor seiner Emigration gegeben hatte, noch einmal zurück. Denn genau dieses Instrument, eine Guadagnini, spielt heute der niederländische Geiger Mathieu van Bellen. Und das tut er im kongenialen Verbund mit seinen Partnern, den Brüdern Ori und Omri Epstein (Cello und Klavier) in geradezu exorbitanter Manier.
Zunächst in Mozarts letztem G-Dur-Trio KV 564, einer zauberhaften Miniatur-Kostbarkeit, welche vor allem durch ihre heitere Schlichtheit, durch fröhliche Unbeschwertheit besticht. Die drei Musiker gehen aber voll sprühender Energie noch weit über solche Qualitäten hinaus, kleiden sie in vornehme Brillanz, in galante Zartheit, sprudelnde Lebendigkeit und temperamentvolle Finesse. Besonders im tänzerischen Siciliano-Rhythmus des abschließenden Allegretto fördern sie eine unbändige, förmlich lächelnde Gelöstheit zu Tage.
Der DONAUKURIER berichtete am 27.09.2019 von dem Konzert mehr lesen.